Zum Höllenkessel Caldeirão do Inferno

Ausspannen im Caldeirão do Inferno

Ausspannen im Caldeirão do Inferno

Der Wanderung in den Höllenkessel des Caldeirão do Inferno ist landschaftlich äusserst reizvoll. Doch der einfache, aber grösstenteils schmale Weg, der durch steile Hänge ausgesetzt verläuft, verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nicht wenige veranlasst dies zur frühzeitigen Umkehr. Der Weg ist mit Geländern gesichert. Schuhe mit rutschfester Sohle dienen aber der Sicherheit. In den teilweise langen und niedrigen Tunnels ist ein Stirnlampe notwendig. Trotzdem muss mit der einen oder anderen Beule gerechnet werden, wie ich schmerzlich erfahren musste.

Wer die Wanderung bei der Rancho Madeirense beginnt, kommt nicht leicht auf die Idee, dass sich nur wenige Kilometer entfernt eine abenteuerliche Schluchtenlandschaft befindet. Denn die Felsenkessel von Caldeirão Verde und Caldeirão do Inferno gehören zu den wildesten Felsenformationen die das Wasser auf Madeira geschaffen hat. Durch den ursprünglichen Charakter der Landschaft zählt diese Wanderung zu den Paradetouren auf Madeira, denn die Waldlandschaft verspricht ein reiches Naturerlebnis.

Rancho Madeirense – Queimadas – Caldeirão Verde – Caldeirão do Inferno – Caldeirão Verde – Queimadas – Rancho Madeirense

Von der Rancho Madeirense nach Queimadas

Weg an der Levada do Caldeirão Verde

Weg an der Levada do Caldeirão Verde

An der Strasse von Santana nach Achada do Teixeira liegt auf halber Strecke die Rancho Madeirense. Es ist eine Bungalow-Siedlung mit einem kleinen Parkplatz. Dort beginnt meine heutige Tour indem ich westlich des Parkplatzes, in den mit einem Wegweiser gekennzeichneten Weg nach Queimadas einbiege.

Mit fast ebenen Verlauf kann der breit angelegte weg sogar mit Kinderwagen bewältigt werden. Die 2 km lange Route durchquert einen schattigen Lorbeerwald. Über den Verlauf muss eigentlich nichts gesagt werden, denn es gibt keine Abzweigung bis man Queimadas erreicht.

Queimadas ist ein malerischer Ort. Rhododendren blühen im Garten der mit Stroh gedeckten Häuser einer Forststation. Pfaue und Enten tummeln sich auf den Grünflächen und am nahe gelegenen Teich. Der Parkplatz ist hier bereits früh ausgebucht, denn viele starten die Wanderung hier.

Von Queimadas zum Caldeirão Verde

Aussicht zur Küste

Aussicht zur Küste

Ich wandere weiter westwärts in Richtung des grünen Kessels. Auf den ersten Kilometer folge ich einem breiten Waldweg, begleitet von Baumriesen, entlang der Levada do Caldeirão Verde. Schon bald wird der Weg zu einem schmalen Steig auf dem schmalen Rand des Levadakanals. An manchen Stellen stürzt Wasser von den steilen Hängen herab.

Am Ende des Santana-Tales sieht man den ersten Wasserfall der Tour. Immer wieder verläuft die Levada in enge Täler und wieder hinaus. Die Tiefsicht ist immer wieder beeindruckend. Nach etwa 4.5 Kilometer erreiche ich den ersten, kurzen Tunnel. Kurze Zeit später einen etwa 100m langen Tunnel, in dessen Mitte ein Felsloch den Blick in die Tiefe freigibt. Danach wird die Szenerie im wilder und ausgesetzter.

Bis zum Caldeirão Verde müssen insgesamt vier Tunnel absolviert werden. Nicht immer kann man aufrecht laufen. Schliesslich biege ich wieder in ein Seitental ein und erreiche eine betonierte Wasserfassung. Hier biegt ein Weg einige Meter hoch in den grünen Kessel , dessen 100m hohen, senkrechten Wände mit Moosen und Farnen bewachsen sind. Es ist düster hier. Dieser Ort wirkt irgendwie mystisch.

Vom Caldeirão Verde zum Caldeirão do Inferno

Enge Täler auf dem Weg zum Caldeirão do Inferno

Enge Täler auf dem Weg zum Caldeirão do Inferno

Ich laufe wieder runter zur Wasserfassung. Eine weitere Levada führt auf der andern Seite aus dem Tal hinaus. Der Weg folgt in luftiger Höhe den steilen Hängen. Es sind noch einige Tunnels mit niedriger Höhe zu überwinden. Später müssen über 300 Stufen überwunden werden und man erreicht eine Wasserfassung. Hier beginnt ein Tunnel welcher unter dem Pico Ruvio hindurch führt. Ich wende mich nach links zu einem Wasserbecken. Vor dem nächsten Tunnel stürzt ein Wasserfall auf den Weg. Augen zu und durch.

Später nehme ich ein immer stärker werdendes Donnern von herabstürzendem Wasser wahr. Zwei Bäche stürzen hier in Kaskaden von den Felsen herunter und münden im engen Inferno Kessel. Eine tiefe enge Schlucht führt aus dem Kessel hinaus. Ich laufe noch weiter bis fast ans Talende und geniesse die Ruhe. Einige Zeit später beginne ich den Rückweg auf der gleichen Route wie ich gekommen bin.

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