Zauber der Leventina

Laghetto Campolungo

Laghetto Campolungo

Die Vorfreude auf die Route zum Laghetto Campolungo ist gross. Nicht nur der Wetterbericht, der hier im Tessin prächtiges Herbstwetter verspricht, auch die Route scheint ein landschaftlich äusserst reizvolles Erlebnis zu werden. Ich beschliesse meine Wanderung in Dalpe, oberhalb von Faido zu beginnen und auch zu beenden. Dafür nehme ich mir 2 Tage zeit. Zur Auswahl habe ich 2 Hütten. Die Capanna Campo Tenica oder die Capanna Leit. Ich entscheide mich für letztere, welche ich am ersten Tag direkt anlaufe.

Wer schon öfter im Tessin gewandert ist kennt die steilen, langen und schweisstreibenden Aufstiege von rund 2000 Höhenmetern. Nicht so hier in der oberen Leventina. Von Airolo bringt einen das Postauto, in einer halben Stunde bequem bis auf über 1000m Höhe, nach Dalpe.

  • Tag 1: Dalpe – Passo Vanit – Capanna Leit
  • Tag 2: Capanna Leit – Capanna Campo Tenica – Dalpe

Der Aufstieg zum Laghetto Campolungo

Passo Vanit

Passo Vanit

Der Aufstieg beginnt wie erwähnt in Dalpe. Ich laufe erst mal durch das Dorf, bis ich einen Wegweiser zu einem Wanderweg finde. Ich laufe dann erst mal in südöstlicher Richtung, langsam Aufwärts und merke dass ich auf dem falschen Weg bin. Weiter oben trifft der Weg jedoch auf einen Fahrweg, welchem ich bis Bosco Bello bei P.1349 folgen kann, und somit dann wieder auf dem richtigen Weg bin. Nun folge ich dem Fahrweg weiter über P.1455 und P.1480 bis Scontra bei P.1660 wo ich mich ein erstes mal erfrische.

Hier nun zweigt der Wanderweg zum Passo Vanit vom Fahrweg in südlicher Richtung ab. Schon bald erreiche ich Alpe Cadonighino und gehe weiter über P.1865 hinauf zum Passo Vanit auf 2138m ü. M. Dessen Flanken schimmern weiss in der Sonne. Weiss? Nein, natürlich hat es in dieser Höhe, zu dieser Jahreszeit noch keinen Schnee. Der Stein ist weiss – und er zerstiebt unter den Füssen. Man läuft auf einem feinen weichen Puder, ähnlich wie Gips.

Alpe Campolungo

Alpe Campolungo

Oben am Pass beschliesse ich eine länger Lesepause einzulegen und dabei die Aussicht auf die Alpe Campolungo zu geniessen. Nach einem kurzen Nickerchen laufe ich dem Wegweiser entlang weiter bis zur Capanna Leit und zum Laghetto Campolungo.

Am Laghetto Campolungo

Die Szenerie am See mit den umliegenden Bergen wie dem Pizzo del Prévat und dem Pizzo Meda ist gewaltig. Langsam, fast schon bedächtig, suche ich mir einen Pfad um den See herum, denn er Ausblick lässt mich immer wieder stehen bleiben. Ich kann mein Glück an diesem Tag, an diesem Ort zu sein kaum glauben und ich möchte jeden Moment möglichst lange in mir behalten. Das ist der Zauber der Leventina!

Es wird nicht einfach werden, mich am nächsten Tag von dieser zauberhaften Landschaft loszureissen, aber die Pflicht wird rufen. Vorher kann ich jedoch die nächsten Stunden in der Cappanna Leit unterhalb des Sees mit Tessiner Spezialitäten geniessen.

Der Abstieg über die Capanna Campo Tenica

Laghetto Campolungo

Laghetto Campolungo

Ich schlafe, wie auch einige weitere Gäste bis kurz vor 8 Uhr morgens aus und nehme mir auch beim Frühstück zeit. Ich habe mich noch nicht damit abgefunden, diesen Ort verlassen zu müssen. Das Wetter scheint wieder auf meiner Seite zu sein. Deshalb will ich dann doch weiter. Endecken was mir noch alles geboten wird und ich weiss, die Leventina wird mich nicht entäuschen. Ausserdem darf ich, um zur Lücke zwischen Pizzo delle Löitte und Pizzo Leit di Cima zu gelangen, nochmal am Laghetto Campolungo vorbei.

Das erste Stück führt gemütlich entlang des Laghetto Camplungo in südöstlicher Richtung. Kaum habe ich das Ende des Sees erreicht, steigt der Weg auch schon markant an und weiter oben braucht es doch etwas Trittsicherheit. Besonders da an diesem Morgen die Steine mit feinem Eis bedeckt sind. Ausserdem schiebt sich nun gerade der Nebel am Pizzo delle Löite vorbei, genau auf mich zu. Das Schauspiel des Nebels, in Abwechslung mit der durchdrückenden Sonne und Fetzen von blauem Himmel, ist eindrücklich. Irgendwie kommt mir dieser Ort gespenstisch vor.

Aussicht zum Pizzo Campo Tenica

Aussicht zum Pizzo Campo Tenica

Oben in der Lücke zwischen Pizzo delle Löitte und Pizzo Leit di Cima bei P.2431 wechselt die Richtung leicht nach Süden. Erstmal an einem grasbewachsenen Hang entlang leicht ansteigend. Schon bald ist der Weg  schneebedeckt. Es gibt jedoch ein paar Spuren welchen ich folge. Ich komme nun jedoch bedeutend langsamer voran. Die Spuren führen mich steil hinauf zu einer Lücke bei P.2481 bevor sich der Pfad wieder hinunter zur Alpe lei di Cima senkt. Ich steige weiter über P. 2400 zur Capanna Campo Tenica ab wo ich mir einen Kaffee mit Kuchen gönne.

Von der Capanna Campo Tenica nach Dalpe

Ich steige auf dem normalen Hüttenweg ab. Schon bald erreiche ich den Waldrand, von wo ich die Aussicht in das Tal der Leventina ein letztes Mal geniessen kann. Hier im Wald wird der Weg bis Sgnòi  nun etwas abschüssiger, bevor er sich weiter über P.1554 talauswärts schlängelt.

Ich beschliesse eine kleinen Umweg über die Alpe di Géra zu machen. Nun laufe ich auf dem Fahrweg weiter talauswärts und erreiche genau den Weg, den ich am Vortag bereits hochgekommen bin. Kurze Zeit später komme ich wieder in Dalpe an. Ich finde eine kleine Wirtschaft, wo ich mir ein Bier gönne während ich auf den Bus nach Airolo warte. Zufrieden mit dem Erlebten der letzten zwei Tagen mache ich mich dann auf den Heimweg.

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