Verhaltensregeln in den Bergen

Blick zur Blümlisalp

Blick zur Blümlisalp

Wandern ist weder Spaziergang noch Leistungssport. Im Fokus ist ein schönes Erlebnis an der frischen Luft, in einer tollen Landschaft. Was zunächst nach einem entspannten Ausflug wirkt,  kann jedoch plötzlich zu einem ungewollten Abenteuer werden.

Ob schlechtes Equipment, fehlende Vorbereitung oder einfach  Selbstüberschätzung – die Möglichkeiten, etwas falsch zu machen, sind vielfältig. Deshalb habe ich hier einige Verhaltensregeln für den Aufenthalt in den Bergen zusammengestellt, teilweise aus Erfahrungen welche ich in den letzten Jahren selbst machen musste.

Wer also die Bergwelt wirklich geniessen will der sollsich etsprechend auf eine geplante Tour vorbereiten. So lassen sich viele unötige Risiken vermeiden und eine Tour muss höchstes wegen Wetter oder Erkrankung abgebrochen werden.

Überschätze Dich nicht!

Oft will man viel zu viel. Dabei ist Wandern kein Leistungssport. Bist du fit genug für eine reine Gehzeit von 7 Stunden? Wenn Du Zweifel hast gehe eine kürzer Tour. Bist du ein geübter Bergwanderer? Wenn nicht, starte mit einer Tour der unteren Schwierigkeitsgrade.

Begehe also nicht den Fehler, dich beim Wandern selbst zu überschätzen. So vermeidest Du unnötige Verletzungen und im Falle von Bergwanderungen sogar Absturz- und Todesgefahr.

Informiere Dich

Wandere nicht einfach auf gut Glück los.  Informiere Dich vorher über den Schwierigkeitsgrad der Tour, das Gebiet, über die Möglichkeiten der An-und Abreise, sowie über das Wetter. Halte Dir mehrere Rückreise-Optionen offen. Ein GPS-Gerät kann Karte und Kompass nicht ersetzen. Im Gebirge ist der Handyempfang oft eingeschränkt. Informiere also unbedingt weitere Personen in welchem Gebiet du dich aufhalten wirst.

Benutze die richtigen Schuhe

Wähle Schuhe, die nicht zu schwer sind. Sie sollten außerdem wasserfest sein, den Gelenken guten Halt bieten und auf keinen Fall drücken. Mit Blasen wird eine Wandertour schnell zur Tortour, was sich recht einfach vermeiden lässt wenn man die Wandershuhe vor der ersten Bergtour ausgiebig eingelaufen hat.

Beschränke Dich auf das Nötigste

Welche Kleidung du benötigst hängt von der Jahreszeit, der Höhe in der Du dich befinden wirst, der Länge Deiner Tour und natürlich dem Wetter ab. In den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen. Eine wind- und wasserabweisende Jacke muss deshalb immer mitgenommen werden. Bist Du auf einer Mehrtagestour oder in grosser Höhe ist ein wärmendes Fleece ebenfalls pflicht. Weniger ist mehr, stelle jedoch sicher bei einer Wetteränderung vorbereitet zu sein.

Ein vollgepackter Rucksack macht nur auf mehrtägigen Trekkingtouren Sinn. Nimm also nur das mit was du benötigst. Hierzu gehört neben der Karte in erster Linie die richtige Verpflegung. Beschränke Dich auf Proviant mit hohem Nährwert: „Etwas Obst, ein Apfel oder eine Banane, ein paar Energieriegel und eine Trinkflasche mit Wasser “ genügen auf einer Tagestour.

Aber auch eine Reiseapotheke sollte nicht fehlen: Vor allem Pflaster, Jod und Mullbinde sind unverzichtbar, falls es zu einem Sturz oder Verletzung kommen sollte. Auch Schmerzmittel, Heilsalben, sterile Handschuhe und eine isolierende Rettungsdecke sind im Notfall für Dich oder andere hilfreich.