Reisetipps Kapverden

Fähre zwischen Sao Vincente und Santo Antão

Fähre zwischen Sao Vincente und Santo Antão

Urlaub auf den Kapverden hat einiges zu bieten. Ob man nun wandern oder einen Strandurlaub geniessen will. Mittels Inselhopping lässt sich dies ausserdem optimal verbinden. Zwischen den Inseln verkehren regelmässig Flugzeuge oder Fähren. Auf den Inseln kann man sich mit Sammeltaxis transportieren lassen. So lassen sich die Kapverden am besten entdecken. Wer entsprechend in die Planung investiert, dem ist ein interessanter und kurzweiliger Urlaub gewiss.

Meine Reise begann und endete auf der Insel Santiago, dazwischen besuchte ich Fogo und Santo Antão. In der Reiseliteratur wird empfohlen pro Reise nicht mehr als 3 Inseln zu besuchen und auf jeder Insel mindestens 3 Tage zu verweilen.

Insgesamt war ich 20 Tage auf den Kapverden. Für die Transfers und Inselhopping waren 5 Tage eingeplant, sowie je einen Tag für die An- und Abreise. Das heisst es waren 13 Wandertage möglich, welche ich auch nutzte. Die Transfertage waren dann willkommene Ruhetage.

Tipp!: Eine Reise auf den Kapverden, so eng und doch individuell, zu planen ist selbsständig aus Europa aus nicht möglich. Geht man planlos, kann so ein Vorhaben jedoch schnell frustrierend werden. Transporte die nicht klappen, Gepäck das fehlt oder man findet keine Übernachtungsmöglichkeit. Von allem habe ich auf meiner Reise gehört und auch gesehen. Deshalb empfehle ich dringend die Reise und die Transfers von ortsansässigen Agenturen wie Reiseträume Kapverden oder Soul Tours, die auf den Inseln gut vernetzt sind, organisieren zu lassen. So haben bei mir sämtliche Transfers, wie auch der Transport des Hauptgepäcks von einer Unterkunft zur nächsten, problemlos geklappt und an den Flughäfen wurde ich immer abgeholt.

Anreise auf die Kapverden

Billige Charterflüge auf die Kapverden von TUIfly bedienen bisher nur die Badedestinationen Sal und Boa Vista. Die beiden anderen internationalen Flughäfen der Kapverden, Praia auf der Insel Santiago und Mindelo auf der Insel São Vicente bedient vor allem TAP Portugal über Lissabon, beziehungsweise mit Codeshare-Zubringern der StarAlliance.

Bei TUIfly finden sich ausserhalb der Schulferien und Hochsaison immer wieder mal ein paar Werbeschnäppchen. Man fliegt dann meistens sehr früh morgens in Europa weg und kommt meist spät abends wieder nach Europa zurück.

Die TAP Portugal fliegt täglich auf die Kapverden. Man kann also Termin und Länge des Urlaubes frei bestimmen. Für einen Inselhopping-Urlaub ist dies sicher die bessere Variante. Von Zürich aus fliege ich immer am frühen Abend nach Lissabon und steige auf den täglichen Abendlinienflug nach Praia um. Für den Rückflug nehme ich in der Regel den Nachtflug von Praia nach Lissabon und bin so am frühen Nachmittag wieder in der Schweiz. Es lohnt sich jedoch auch in Lissabon 2 – 3 Tage zu bleiben, bevor man nach Hause fliegt.

Visum

Für die Einreise in die Kapverden sind ein Visum  und ein Pass, der noch mindestens ein halbes Jahr ab Ausreisedatum gültig ist, erforderlich. Als Europäer und Schweizer kann man dieses natürlich bei den Botschaften und konsularischen Vertretungen der Länder  im Voraus erlangen, oder aber bei Ankunft auf Sal, Boa Vista, São Vicente und Santiago kaufen (dies ist allerdings nur 4 Wochen gültig).

Das ordentliche Visum berechtigt zu einem Aufenthalt von 90 Tagen. Die Einreise muss in den folgenden 180 Tagen ab Ausstellung des Visums erfolgen.

Verkehrsmittel auf den Kapverden

In den grösseren Städten verkehren hauptsächlich Taxis. In Mindelo und Praia habe ich sogar Busse gesehen. Die Taxis haben auf jeder Insel eine andere Lackierung. Man erkennt sie jedoch auf Anhieb. Taxameter gibt es keine. Ich habe immer nach dem Preis gefragt. Wenn es mir zu teuer vorkam, habe ich gehandelt. Meistens war ich mit dem Angebot jedoch zufrieden.

Überland fahren Sammeltaxis (Aluguer). An den „Hauptverkehrsachsen“ sind dies meist Minibusse. Auf den Nebenstrassen verkehren hauptsächlich Pritschenwagen. In grösseren Orten gibt es oft mehrere Sammeltaxis, welche in die selbe Richtung fahren. Dann sollte man nicht in ein leeres Sammeltaxi steigen. Denn das Taxi fährt solange im Kreis bis es voll ist. Oft gibt es einen Fahrer und einen Anwerber, welcher das Fahrzeug füllen soll. Fahrzeuge samt Fahrer können aber auch gemietet werden wenn es schnell gehen soll oder man eine Rundfahrt machen möchte. Die Fahrer halten dann auch immer an wenn es was zu fotografieren gibt. Man sollte unbedingt den Preis vorher aushandeln. Auf gewissen Strecken ist ein Allradfahrzeug zwingend notwendig.

Zwischen den Inseln verkehren Flugzeuge und Fähren. Die kapverdische Fluggeselschaft heisst TACV und fliegt alle inländischen Flughäfen nach Linienplan an. Die TACV  hat moderne Turbopropmaschinen, davon aber nicht so viele. Deshalb kann es schon passieren, dass es an den Flughäfen zu längeren Wartezeiten kommt. Auch witterungsbedingte Absagen eine Fluges können vorkommen. Dies muss bei den Transfers von Insel zu Insel unbedingt berücksichtigt werden. Die südlichen Inseln werden ausserdem von einer Schnellfähre bedient. Zwischen Sao Vincente und Santo Antão verkehrt nur eine Fähre. Der aktuelle Fahrplan der Fähren wird regelmässig auf bela-vista.net veröffentlicht.

Übernachtungsmöglichkeiten auf den Kapverden

Hotels deren Ausstattung internationalen Standard entsprechen und „all inclusive“ gebucht werden können, finden sich hauptsächlich auf den touristisch gut erschlossenen Inseln Sal und Boa Vista. Diese Hotels sind in der Regel Grossanlagen mit diversen Restaurants und grossem Animationsangebot. Einfachere Hotels gibt es in allen grösseren Ortschaften, wobei das kapverdische Sternesystem nicht mit Europäischen verglichen werden kann.

Bitte beachten! Auch heute sind die Lebensstandards auf den Kapverden nicht mit denen in Europa vergleichbar. Unterkünfte sind in der Regel sehr viel einfacher, als man dies von Westeuropa her gewohnt ist. Wer also hohen Komfort voraussetzt, der schränkt sich in seinen Möglichkeiten, verschiedene Inseln und Ortschaften mittels Inselhopping kennenzulernen, ein. Angebote für den Massentourismus gibt es nur auf Sal und Boa Vista und das ist gut so. Wem allerdings ein sauberes Zimmer und Bett genügt, der kann alle Inseln Kapverdens besuchen, ohne wegen zu hohen Erwartungen eine frustrierende Reise zu erleben.

Pensionen sind preiswert, wobei manche den Komfort eines Hotels erreichen können. Manchmal befindet sich Toilette und Dusche nicht im Zimmer. Man teilt sich also diesen Raum mit weiteren Gästen. Je nach Grösse der Pension kann es vorkommen, dass in der Wohnstube der Besitzer gegessen wird. Abendessen müssen in der Regel bei Ankunft angemeldet werden.

In vielen Orten kann lediglich in einem privaten Zimmer übernachtet werden. Diese sind meist sehr einfach eingerichtet und preiswert. Das Frühstück ist in der Regel reichhaltig und oft besser als in den Pensionen. Abendessen müssen meist ebenfalls bei Ankunft angemeldet werden. Wer neugierig auf die kapverdische Lebensart ist, kann hier besonders herzliche Gastfreundschaft in familiärer Atmosphäre erleben.

Für jede Übernachtung ist eine Taxe fällig, welche direkt in der Unterkunft entrichtet werden muss. Die Taxe beträgt  220 Escudos (ca. 2 Euro).

Die Menschen auf den Kapverden

Fischer auf Santo Antão

Fischer auf Santo Antão

Die Geschichte der Kapverden war immer Teil der Geschichte von Afrika, Europa und Amerika sowie des Atlantiks der die 3 Kontinente verbindet. Genau so vielfältig ist die einheimische Bevölkerung. Über die Jahrhunderte waren die Inseln Zentrum des transatlantischen Sklavenhandels, Versteck von Piraten, Unterschlupf für Verfolgte, Ort der Deportation für politische Häftlinge aus Portugal und dessen Kolonien. Deshalb entdeckt man auf den Kapverden eine grosse genetische Vielfalt auf einer kleinen Fläche.

Alle Ethnien der Völker rund um den Atlantik scheinen sich auf den Kapverden vereinigt zu haben und bilden zusammen die stolze kreolische Kultur und Nation Kapverden. Die Menschen sind selten aufdringlich, aber immer hilfsbereit und auskunftsfreudig. Lernt man ein paar Sätze „Kiriolu“ und grüsst freundlich, findet man sich bald in einem mehr oder weniger verständlichen Gespräch, in der kapverdischen Umgangssprache wieder. Nach dem zweiten Satz war bei mir jedoch meistens Schluss und ich konnte die Bedeutung des Gesagten nur noch deuten. Jüngere Menschen können meist Englisch oder Französisch. Portugiesisch als Amtssprache spricht ein Grossteil der Bevölkerung.

Umzug am Fest zu Ehren von Santa Cruz in Mindelo

Umzug am Fest zu Ehren von Santa Cruz in Mindelo

Die Liebe der Kapverdianer für die Musik ist allgegenwärtig zu spüren. Auch wenn der alltägliche Existenzkampf noch gross ist, es wird ausgelassen gefeiert. In den ärmeren ländlichen Regionen wird besonders überschwänglich gefeiert. Oft bis in die späten Morgenstunden. Jede Insel hat ihre eigenen Tänze, Lieder und Melodien. Im Laufe der Zeit haben die Kapverden ihre ganz eigene Musik geschaffen, welche wie die Menschen selbst, von Afrika, Europa und Lateinamerika beeinflusst wurde.

Wer das Glück hat zu erleben, dass sich spontan einige Musiker formieren, sollte sich die Zeit nehmen um zu sehen wie die Musiker schon bald in ihren Klängen aufgehen.

So verschieden wie die Geschichte der nördlichen und südlichen Inseln ist, so unterschiedlich ist auch die Musik. Im Norden legen die Musiker mehr Wert auf Melodie statt Rhythmus. Der Gesang und die Harmonien sind dem portugiesischen Fado ähnlich. Auf Santiago und Fogo herrschen hingegen schnelle, rhythmische, afrikanische Klänge vor.

Kiriolu – die Sprache der Kapverden

Die Kapverden sind ein zweisprachiges Land: Portugiesisch und Kiriolu sind die offiziellen Landessprachen, wobei im Alltag bevorzugt Kiriolu gesprochen wird. Kiriolu ist das kapverdische Kreolisch und wie alle kreolischen Sprachen aus der Not heraus entstanden, dass Sklaven mit unterschiedlichen Muttersprachen, dazu gezwungen waren die Worte aus der Kolonialsprache in den Wortschatz aufzunehmen. So konnten sich die Sklaven untereinander und mit ihren Herren unterhalten.

Als „portugiesisch basierte“ Kreolsprache verwendet das kapverdische Kiriolu rund 90% aus einem alt-portugiesischen Wortschatz. Die restlichen 10% stammen vor allem aus westafrikanischen Sprachen und einigen anderen europäischen Sprachen. Sprachrhythmus und Klang der Sprache erinnern jedoch stark an afrikanische Sprachen.

Jede Insel hat ihren eigenen Dialekt, was auf die jahrhundertelange Isolation und verschiedene Kolonialphasen zurückzuführen ist. Das Kiriolu der südlichen Inseln ist dem portugiesischen näher. Auf Sao Vincente haben sich englische Worte gehalten und auf Santo Antão hört man zwischendurch einige französische Klänge.

Als Reisender auf den Kapverden kommunizieren

Reisende auf den Kapverden sind gut bedient einige Ausdrücke in portugiesischer Sprache zu lernen. Wer viel in Kontakt mit der einheimischen Landbevölkerung kommt oder sich für kapverdische Alltagssprache interessiert, dem wird sich für einen Sprachführer für Kiriolu leisten. Oft kann man sich aber auch mit Französisch behelfen, es wird in den Schulen als erste Fremdsprache gelehrt. Englisch als zweite Fremdsprache sprechen wesentlich weniger Menschen.