Val Cama – Das Wanderparadies im Misox

Der Lagh di Cama

Der Lagh di Cama

Das Val Cama bietet eine wunderschöne Bergwelt, welche südlich des Alpenhauptkamms im Misox liegt. Über Jahrhunderte wurde das Tal landwirtschaftlich genutzt. Doch mit der Zeit, im Zuge der Industrialisierung wurde die Alpwirtschaft aufgegeben. So fand vor 50 Jahren auch die Forstwirtschaft in diesem Tal ein Ende. Die traditionellen Alpgebäude und Fusswege wurden sich selbst überlassen. Deshalb verwaldete die halboffene Weidenlandschaft weitgehend und die vielen Alpgebäude fingen an zu zerfallen.

Die beiden Gemeinden Cama und Verdabbio, welche sich früher immer mal wieder um das Tal zankten, wollen nun gemeinsam das malerische Tal mit seinem Kulturgut bewahren, aufwerten und dem sanften Tourismus zugänglich machen. Ich finde das gelingt ihnen gut.

Seit Jahren leistet die Fondazione Alp de Lagh und Freiwillige wertvolle Mitarbeit für den Aufbau von Infrastrukturen und der Renovierung der Alpgebäude. So haben sie es geschafft dass heute die Alphütten am Lagh di Cama, in den Sommermonaten, Unterkunft und Verpflegung bieten können. Auf den höher gelegen Alpen gibt es in Schutzhütten die Möglichkeit als Selbstversorger zu übernachten.

Auf den Alpen im Val Cama werden heute wieder alte Nutztierrassen gehalten und Biologische Produkte hergestellt. Mit einer Fläche von rund 15 Quadratkilometern ist das Val Cama das grösste Waldreservat der Schweiz ausserhalb des Nationalparks. Zu erreichen ist das Tal nur auf Wanderwegen.

Ich habe mich auf den Weg zum Lagh di Cama gemacht, um das Gebiet für eine Zweitagestour zu erkunden. Doch schon der Aufstieg durch das Val Cama hinauf zum See und zurück ist eine sehr schöne Tageswanderung welche ich nachfolgend beschreiben möchte.

Cama – Orgeda – Provesc – Besarden – Lagh di Cama – Besarden – Provesc – Cama

Wanderung durchs Val Cama zum Lagh di Cama

Manche der riesigen Steinblöcke bilden einen Tunnel

Manche der riesigen Steinblöcke bilden einen Tunnel

Ich starte bei der Busstation Posta in Cama und laufe auf der Hauptstrasse nach Süden. Nach wenigen Minuten zeigt ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift „Val Cama – Lago di Cama“ nach links, in eine kleine Strasse. Diese Strasse führt über den Fluss Mosea und die Autobahn zum Weiler Orgeda. Hier gibt es einen grossen Parkplatz, der für Besucher des Val Cama gedacht ist.

Ich überquere den Parkplatz und schon steigt der Weg steil an. Über einige Steintreppen erreiche ich schnell eine kleine Ebene mit Kapelle. Es geht weiter, in steilem Gelände auf gutem Weg, durch einen Kastanienwald. Über unzählige Steinstufen laufe ich hinauf nach Provesc, wo es am Wegrand eine Raststelle mit Brunnen gibt. Die ersten 400 Höhenmeter sind geschafft. Ab hier verläuft der Weg nur noch sanft aufsteigend bis zum See.

Nach einer kurzen Rast folge ich dem Pfad weiter. Bald schon laufe ich in einem schönen Buchen- und Fichtenwald. Überall hat es grosse und kleinere, mit Moos bewachsene, Steinblöcke.

Kleine Hütte in der Nähe der Alp di Besarden

Kleine Hütte in der Nähe der Alp di Besarden

Ich erreiche die Alp di Besarden wo die Natur sich die Alpfläche zu einem grossen Teil zurück genommen hat. Am Weg liegt eine alte Alphütte, die heute als Schutzhütte dient. Etwas abseits, entdecke ich eine weitere kleine Hütte, an welcher ein Bächlein vorbei fliesst.

Es ist zwar nicht mehr weit bis zum Lagh di Cama, aber ich beschliesse hier eine kleine Pause zum machen und die Szenerie zu geniessen. Nachdem ich mich wieder auf den Weg gemacht habe, erreiche ich bald schon eine offene Fläche bei Tambò, welche ich quere. Kurze Zeit später erreiche ich die Capanna Miralago die aber noch nicht geöffnet hat. Deshalb laufe ich weiter zur Alp del Lago und mach eine lange Pause.

Der Rückweg

Ich verlasse das Tal auf dem selben Weg wieder, mit der Idee, im Val Cama ein verlängertes Wochenende zu verbringen und so auch die höher gelegen Alpen zu erkunden. Insgesamt ist die Wanderung zum Lagh di Cama auch für Familien zu empfehlen. Es müssen rund 1000 Höhenmeter bewältigt werden. Für den Aufstieg benötigt man knapp drei Stunden und für den Abstieg reichen etwa zwei Stunden.

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