Über die Boca do Risco

Aussicht auf der Boca do Risco

Aussicht auf der Boca do Risco

So abwechslungsreich wie diese Wanderung am Ostzipfel Madeiras, von Maroços über die Boca do Risco nach Porto da Cruz, sind wohl nur wenige auf Madeira. Auf dieser Route verbindet man eine klassische Levadawanderung durch kleinere Siedlungen, einsame Kiefern- und Akazienwälder sowie kultivierten Terrassenlandschaften, mit dem überwältigenden Tiefblick in der rauen und steilen Nordküste der Insel.

Die Wanderung ist grösstenteils einfach zu gehen und führt über gute Wege. Durch Rutschungen können jedoch einzelne ausgesetzte Stellen ausgeschwemmt werden und schwer passierbar sein. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind daher zwingend notwendig. Sehr ausgesetzte Stellen sind mit Drahtseilen und Geländer gesichert.

Ich wählte als Startpunkt Maroços, da ich hier mein Mietauto abstellen konnte und unweit vom Parkplatz eine Haltestelle der Buslinie von Porto da Cruz nach Machico besteht.

Von Maroços auf die Boca do Risco

Levada do Caniçal

Levada do Caniçal

Der Ausgangspunkt der Wanderung befindet sich also beim Parkplatz nahe der Ausfahrt Portela/Maroços von der Schnellstrasse zwischen Machico und Porta da Cruz. Ich laufe nun talauswärts Richtung  bis zu einer kleinen Bar. Gegenüber ist ein Schild welches den Einstieg in die Levada do Caniçal kennzeichnet.

Der Weg neben der Levada ist teilweise schmal und ich folge der Wasserleitung in den nächsten 8 Kilometer. Anfangs erreiche ich immer wieder Häuser, in deren Gärten zahlreiche Früchte kultiviert werden. Manche Bauern stellen Körbe mit Früchten an den Wegrand, teilweise in hübschen Häuschen. Ich nehme das Angebot gerne gegen ein kleines Entgelt an. Die Bananen und Orangen schmecken herrlich.

Ich folge der Levada, welche immer wieder in kleine Täler einschwenkend dem Berghang folgt. Nach einiger Zeit erreiche ich einen Tunnel, welcher gut ohne Taschenlampe begangen werden kann.

Im Aufstieg zur Boca do Risco

Im Aufstieg zur Boca do Risco

Nach etwa eineinhalb Stunden erreiche eine Bar wo ich mir einen Kaffee gönne und das emsige Treiben weiter unten im Tal beobachte. Nach einer weiteren halben Stunde erreiche ich auf der andern Seite des Haupttales wieder freiere, weniger bewaldete Hänge und einige Wohnhäuser. Hier muss ich aufpassen um die Abzweigung zur Boca do Risco nicht zu verpassen.

Endlich steigt der Weg an. Der Anstieg tut meinen Beinen gut und ich bringe die 100 Höhenmeter in schnellen Schritten hinter mich. Oben angekommen wechselt die Szenerie drastisch. Steile Felsen ergiessen sich weit unten in den Atlantik und der Wind bläst hier sehr stark.

Während ich den Blick der Küste westwärts der Küste entlang streifen lasse, frage ich mich wo der Weg durch die Felsen führen könnte. Ich kann dies nicht sehen und lasse mich überraschen.

Von der Boca do Risco nach Porta da Cruz

Blick zurück zur Boca do Risco

Blick zurück zur Boca do Risco

Anfangs führt der der Weg durch den bewaldeten Hang. Die Bäume, welche mit ihren Wurzeln der Schwerkraft trotzen verhindern den Blick in Tiefe.

Später läuft man einem schmalen, mit Stahlsiel gesicherten Pfad entlang durch die Felswände. Ich laufe schnell und habe bald ein Gruppe eingeholt. Ich bleibe hinter der Gruppe bis sich eine Gelegenheit zum Überholen bietet. Viele der Wanderer sind stark eingeschüchtert von der Höhe und kleben förmlich an den Felsen. So verkrampft scheint mir das kein schönes Erlebnis zu sein.

Wem die Höhe jedoch gefällt, der kann an sich am Blick in die Tiefe und entlang der Felsen kaum satt sehen. Nachdem ich die Gruppe überholt habe, laufe ich pfeifend und summend dem Pfad durch Felsen entlang und mache ein paar Fotopausen.  Später erreiche bei einer Funkstation wieder eine asphaltierte Strasse. Ich folge dieser und erblicke, nach einer Kehre zum ersten Mal den Adlerfelsen von Porto Cruz.

Der Adlerfelsen von Porto Cruz

Der Adlerfelsen von Porto Cruz

Wenige Minuten später erreiche ich ein Hinweisschild welches die Trailrunningstrecken in dieser Gegend beschreibt. Ich folge einer dieser Strecken hinunter nach Larano. Von hier geht es direkt hinunter an den Strand von Porta Cruz. Der Weg ist nach der Funkstation nicht mehr durchgängig ausgeschildert. Aber der Porto Cruz ist ja in Sichtweite und man findet einen Weg. Notfalls läuft man einfach der Strasse entlang.

Unten am Strand angekommen kühle ich meine Füsse im kalten Atlantik ab. Das letzte Stücke laufe ich barfuss nach Porta Cruz. Nachdem ich meine Füsse vom Sand befreit habe, ziehe ich meine Schuhe an und frage mich zur Bushaltestelle durch. Ich habe Glück und muss nicht lange warten. Der Bus bringt mich zurück zum Ausgangspunkt wo mein Mietwagen steht.

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