Sonnenaufgang auf dem Augstmatthorn

Aufgehende Sonne hoch über dem Brienzersee - ein Moment des Glücks auf dem Augstmatthorn

Aufgehende Sonne hoch über dem Brienzersee – ein Moment des Glücks auf dem Augstmatthorn

Schon lange hatte ich den Traum einen Sonnenaufgang auf dem Augstmatthorn zu erleben. Auf einer Bergsitze zu sitzen und zu merken wie die ersten Sonnenstrahlen des Tages einen langsam aufwärmen ist immer etwas besonderes. Doch mit der Aussicht auf den in der Tiefe liegenden Brienzersee ist dies doch ein ganz besonderer Glücksmoment.

Der erste Corona-Lockdown wurde in der Schweiz eben aufgehoben und und ich hatte einen freien Freitag. So reiste ich schon am Donnerstag Abend nach Interlaken um dort eine Nacht zu verbringen. Ich hatte im Internet schon einiges über das Augstmatthorn gelesen, wollte mir jedoch doch selbst ein Bild über Situation vor Ort machen. Wäre ja schade noch der längeren Anreise zu spät auf dem Augstmatthorn zu sein.

Den Freitag nutzte ich also um die Gegend zu erkunden. Ursprünglich wollte ich möglichst nah beim Augstmatthorn ein kleines Biwak errichten, denn die Sonne sollte schon um 05.36 Uhr aufgehen. Das Augstmatthorn selbst und der Brienzergrad liegen grösstenteils in einem Wildschutzgebiet, dort war also kein Biwak möglich. Wildcampen ist im Kanton Bern sowieso verboten. In meinem Fall wäre dies jedoch wohl niemandem aufgefallen. Ich wollte kein Risiko eingehen, aber mein Auto auf dem Parkplatz bei der Lombachalp stehen zu lassen, war auch keine prickelnde Option. So hätte ich nach Sonnenaufgang auf dem Augstmatthorn wieder zur Lombachalp zurück laufen müssen. Es wäre sicher viel schöner vom Augstmatthorn nach Harderkulm absteigen zu können.

Ein paar Telefonate später mit der Gemeindeverwaltung von Habkern und dem Alpbeizli Lombachalp hatte ich einen Platz im Stroh reserviert. Perfekt, nun konnte es losgehen. Also mit dem ÖV nach Habkern. Das Ruftaxi zur Lombachalp war nicht in Betrieb und so musste ich laufen. 500 Höhenmeter und 1.5h  später habe ich die Lombachalp erreicht.

Lombachalp – Augstmatthorn – Suggiture – Schönbüel – Rote Flüe – Harderkulm

Von der Lombachalp aufs Augstmatthorn

Der Tag erwacht - Auf dem dem Grad zwischen Augstmatthorn und Suggiture

Der Tag erwacht – Auf dem dem Grad zwischen Augstmatthorn und Suggiture

Von der Lombachalp führt der Weg richtig steil hinauf aufs Augstmatthorn. Mit einer Neigung von fast 30%, im Dunkeln werde ich für die ca 2.3km und 600 Höhenmeter etwa 2 Stunden brauchen. Also habe ich den Wecker auf 03.00 Uhr gestellt.

Ich gebe zu, bin erst 10 Minuten später aufgestanden. Schnell noch Kaffee kochen und Schlafsack zusammenrollen. Nachdem der Rucksack wieder gepackt ist, stapfe ich im Dunkeln los. Die Stirnlampe und der Mond geben genug Licht um sicher laufen zu können.

Etwas weiter oben sehe ich eine kleine Gruppe welche sich schon im steilen Gelände befindet. Ich werde also nicht der einzige da oben sein.

Vor lauter Angst zu spät oben anzukommen laufe ich viel zu schnell, mein Puls ist ständig zu hoch. Einfach weiter, weiter dem steilen Pfad entlang. Oben angekommen bin ich so richtig ausser Atem, aber doch 15 Minuten zu früh. Also laufe ich weiter in Richtung Suggiture um eine schönes Plätzchen zum sitzen zu finden. Ein solches Plätzchen ist bald gefunden und ich mache es mir bequem während ich darauf warte bis die Sonne über die Wolken steigt.

Der Abstieg nach Harderkulm

Der Hohgant und die liebliche Lombachalp

Der Hohgant und die liebliche Lombachalp

Unzählige Fotos später, die Gruppe welche vor mir Aufgestiegen ist ist mittlerweile wieder an mir vorbei gekommen, laufe ich ebenfalls weiter. Der Pfad führt nun vom Grad hinauf auf den Suggiture. Hier geniesse ich in der Morgensonne noch ausführlich die Aussicht und laufe dann weiter hinab zu Pt.1878.

Die Gruppe nimmt hier den Weg zurück zur Lombachalp. Nun bin ich ganz allein hier oben, etwas aufgedreht und glücklich. Für mich gehts weiter dem Grad entlang. Immer wieder bestaune ich den Tiefblick zum Brienzersee aber auch die Lombachalp mit dem Hohgant wirken so früh am morgen wunderschön.

Der Weg ist nun nicht mehr steil und die weitere Route scheint reines Genusswandern zu sein. Ich habe die Zeit völlig vergessen. Irgendwann kam mir die Idee in Harderkulm zu Mittag zu essen. Ok, dann müsste ich jetzt sehr langsam laufen denn es war erst halb Acht. Also suchte ich ich mir ein schönes Plätzchen um ein Schläfchen zu machen.

Blick über den Brienzersee zur Schynige Platte

Blick über den Brienzersee zur Schynige Platte

Die Wahl viel auf eine Wiese bei Schönbüel. Während ich da so lag, sah ich etwas weiter weg ein paar Gemsen mit Jungen vorbei laufen, später schaute auch ein Reh aus dem Wald. Die liessen sich von mir nicht stören und gingen dann ihrer Wege.

Gegen 10 Uhr bin ich dann weitergelaufen. Nun kamen mir die ersten Trailrunner entgegen. Der Weg führt nun leicht absteigend durch Wald. Ab und zu kann man weit unten den türkis blauen Brienzersee sehen. Nun kommen mir auch Wanderer entgegen, die schauen alle etwas verdutzt als sie mich sehen.

Kurz nach Mittag erreiche ich Harderkulm und finde auch gleich einen Platz. Nach dem feinen Mittagessen laufe ich zur Bergstation der Harderkulmbahn um damit zurück nach Interlaken zu fahren. Ich beschliesse noch eine weitere Nacht hier zu bleiben und am nächsten Tag die Jungfrauregion etwas zu erkunden. Nun habe ich in meiner Wanderbucketlist noch weitere Wanderrouten auf die ich mich freuen kann.

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