Sardona – Erdgeschichte hautnah

Alt über jung, typisch für die Sardona

Alt über jung, typisch für die Sardona

Die Sardona ist eine sonderbare, aber umso schönere Gebirgslandschaft. Hier stehen die Berge anscheinend auf dem Kopf! Denn vor 10 bis 20 Millionen Jahren schoben sich, weit unter der damaligen Erdoberfläche, uralte über viel jüngere Gesteine. In den letzten 20 Millionen Jahren wurden die Alpen gehoben und gleichzeitig durch Wind und Wetter abgetragen. Deswegen können heute überall in der Sardona unzählige Geophänomene zu bestaunt werden.

Die Tektonikarena Sardona ist eine von nur 200 UNESCO-Weltnaturerbestätten. Diese weltweit höchste Auszeichnung für ein Naturgut bringt die Tektonikarena Sardona in die gleiche Liga wie der Grand Canyon, die Galapagos Inseln oder das Great Barrier Reef.

Nirgends sonst auf der Welt zeigt sich die Gebirgs-bildung so anschaulich wie im Grenzgebiet der Kantone Glarus, Graubünden und St. Gallen. Die monumentale Landschaft erlaubt einzigartige Einblicke in die Entstehungsgeschichte der alpinen Berge und Täler.

Diese einfache, aber lange Wanderung von Äugsten nach Häbergschwand, mit Gipfelerlebnis auf dem Schild und Tristli, ist eine der schönsten Tageswanderungen in diesem Gebiet. Farbenprächtig ist hier nicht nur die im Sommer üppige Gebirgsflora. Auch das Gestein, auf dem man wandert ändert die Farbe immer wieder von dunklem Rot zu dunklem und hellem Grau.

Äugsten – Rotärd – Schild – Tristli – Fronalppass – Spaneggsee – Talalpsee – Häbergschwand

Aufstieg von Äugsten nach Rotärd

Der Schild in der Morgensonne

Der Schild in der Morgensonne

Mit dem Zug über Ziegelbrücke erreiche früh morgens Ennenda wo ich mit der Äugstenbahn die ersten 1000 Höhenmeter einspare. Man sollte sich für die Fahrt mit der Achter-Gondelbahn am Vortag anmelden, damit man nicht vor verschlossenen Türen steht.

Bei der Bergstation auf dem Bärenboden schnüre ich noch mal meine Schuhe fest und laufe los. Ein breiter Pfad führt in wenigen Minuten zur Äugstenhütte. Doch für eine Einkehr ist es noch zu früh.

Ich halte mich Links und steige über eine steile Halde hoch zur Alp Begligen. Die Erde ist tiefrot vom uralten Verrucano-Gestein, welches glitschig ist da es am Vortag stark geregnet hat. Dazwischen gibt es immer wieder Stellen mit jungem grauweissem Kalk auf welchem es sich einfacher läuft. Da aber jede der zwei Gesteinsarten das Wachstum anderer Pflanzen begünstigt, fällt einem sofort die Vielfalt der Flora auf. Es scheint, dass es hier doppelt so viele Pflanzenarten gibt als anderswo.

An der Alp Begligen angekommen, der Schild liegt vor mir in der Morgensonne, halte ich mich rechts und steige hinauf nach Rotärd, wo ich nach knapp 2 Stunden ankomme.

Übergang zu Schild und Tristli

Schild und Tristli

Schild und Tristli

Auf dem Rotärd geniesse ich für einige Augenblicke die Aussicht hinunter zum Mürtschenfurggel und die wärmende Sonne. Danach halte ich mich links, vorbei an Rinderherde. Ich sehe keine Kälber mit Muttertieren und so mache ich mir keine Gedanken.

Plötzlich bemerke wie eines der Rinder übermütig auf mich zu stürmt. Ich nehme die Beine in die Hand und erreiche nach 20 Metern ein Felsband, welches ich auf allen Vieren hinauf husche. Oben angekommen bemerke ich, dass das Rind vor dem Felsband stehen geblieben ist und mich verdutzt beäugt. Von meiner Position aus, halte ich dem Rind eine Standpauke. Also wirklich! Was ist das für ein Benehmen. Dann laufe ich weiter.

Kurz später erreiche Pt.2224 wo sich eine kleine Hochebene öffnet und die Sicht auf Schild und Tristli

Aussicht ins Klöntal

Aussicht ins Klöntal

freigibt. Ein ungleiches Paar. Der Schild ist hier oben nur noch ein grünbewachsener Hügel, das Tristli ein stark verwitterter Fels.

Ich folge dem Pfad über die Ebene bis Pt.2241 und laufe danach auf den Schild, wo ich mich im Gipfelbuch eintrage. Dann steige ich kurz ab, um über einen kleinen Grat zum Tristli zu gelangen. Auch hier trage ich mich wieder in das Gipfelbuch ein und finde ziemlich versteckt, ein kleines Bänkchen, an der Nordseite des Tristlis.

Das Bänkchen liegt windgeschützt und ich mache hier eine lange Pause, geniesse die Aussicht in alle Richtungen. Die Aussicht zum Tödi, Glärnisch, Klöntal, Zürcher Oberland und Mürtschenstock, sowie einem grossen Teil der Sardona ist einfach herrlich!

Hinunter zum Fronalppass

Blumenpracht überall auf der Wanderung

Blumenpracht überall auf der Wanderung

Nachdem ich etwa eine halbe Stunde auf dem Bänkchen in die Ferne geschaut habe, mache ich mich auf den Weg zum Fronalppass. Erstmal vom Tristli runter auf den Gart bis zum Schild. Ich steige jedoch nicht mehr hoch, sondern folge dem Pfad, der auf der Höhe des Grates durch die Nordseite des Schilds verläuft, zurück zu Pt.2241.

Hier halte ich mich nach Norden und steige anfangs über karstiges Gelände bis Pt.2062 ab. Überall steht die üppige Bergflora in voller Blüte und die Farben leuchten in der Sonne.

Nun weiter über saftige Bergwiesen bis Pt.1968, der auch bald erreicht ist. Hier gehe geradeaus weiter, in die Westflanke des Fähristocks. Bevor ich diese jedoch erreiche muss ich nochmal durch eine Rinderherde.  Diese Rinder sind jedoch gut erzogen und gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Wiederkäuen nach. In der Flanke dann ist der Pfad an einer Stelle abgerutscht. Wanderstöcke helfen hier, ansonsten muss man wohl mit Hosenboden bremsen. Danach ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Fronalppass wo sich wieder eine Pause anbietet.

Abstieg über Spaneggsee zum Talalpsee

Der Spaneggsee

Der Spaneggsee

In der Nähe von Pt. 1852 kommen gleich fünf Wanderwege zusammen. Ich nehme den in westlicher Richtung und steige zu einem kleinen Sumpfgebiet mit dem Namen „Läucheren“ ab.  Nun geht es weiter über Plattengaden bis Hummel. Dann weiter über Pt.1479 hoch über dem Spaneggsee bis zu einer Materialbahn. Ab hier folgt ein steiler Abstieg mit vielen Stufen.

Ich spüre mittlerweile mein rechtes Knie, was mich daran erinnert, mit etwas breiterer Beinstellung zu laufen. Kurz später ist der Schmerz weg. Der Abstieg zieht sich und ich bin froh wird es unten wieder flacher. Dann erreiche ich eine breite Naturstrasse, welche am Talalpsee vorbei, nach Vorder Tal führt. Hier mache ich im Restaurant Talalpsee eine Pause.

Frisch gestärkt mache ich mich danach, wieder aufwärts nach Häbergschwand auf, und miete dort ein Trottinett, welches mich schnell hinunter nach Filzbach fährt. Wer zu müde Beine hat, kann von Häbergschwand auch mit der Sesselbahn hinunterfahren.

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