Rund um die Gastlosen

Blick auf die Gastlosen von der Grubenberghütte her kommend

Blick auf die Gastlosen von der Grubenberghütte her kommend

Die Wanderung um die Gastlosen, welche auch als „Saanenländer Dolomiten“ bezeichnet werden, wollte ich schon lange machen. Aufgrund der zur Zeit meines Aufenthalts im Saanenland noch bestehenden Massnahmen zur Eindämmung von Covid-19, durfte der Gastlosenexpress keine Touristen befördern. Dies hat mich dazu bewogen, meine Planung abzuändern. Wohl gerade deswegen konnte dafür ich eine Wanderung erleben, die mich aufgrund der unbeschreiblichen Schönheit der Umgebung regelrecht sprachlos machte.

Normalerweise startet man die Wanderung in Musersbergli, welches von Jaun mit dem Gastlosenexpress erreicht werden kann. Da ich diesen Sessellift aber zu diesem Zeitpunkt nicht Nutzen konnte, fuhr ich von Saanen über eine enge Strasse auf den Mittelbergpass, wo ich mein Auto parkte. Der Platz ist beschränkt, eine weitere Parkmöglichkeit gibt es bei Oberi Bire. Da ich auf dem Mittelbergpass gestartet bin, verlängert sich die Rundtour um die Gastlosen um etwas mehr als 2 Stunden im Vergleich zum Start bei Musersbergli.

Mittelbergpass – Grubenberghütte – Wolfs Ort – Alp Grat – Musersbergli – Soldatenhaus – Wolfs Ort – Grubenberghütte – Mittelbergpass

Vom Mittelbergpass bis Wolfs Ort

Aussicht von Wolsfort

Aussicht von Wolsfort

Vom Parkplatz der Grubenberghütte laufe auf einer Schotterstrasse bis zu einem Hof, der nördlich der Passtrasse liegt. Nun wird die Schotterstrasse immer steiler. Nach einiger Zeit frage ich mich ob hier überhaupt noch ein Fahrzeug hochkommen kann, als ich etwas weiter weg Motorengeräusche höre. Es ist der Hüttenwart der Grubenberghütte, der langsam mit einem kleinen Geländewagen daher fährt. Nach einer knappen halben Stunde habe ich die Grubenberghütte bereits erreicht.

Noch ein kleiner Schwatz und dann laufe ich weiter, leicht absteigend zu Pt.1777 und dann in ein kleines Tal mit dem Namen Obere Ruedersberg. Den Markierungen folgend halte ich mich danach links, auf einem immer steiler werdenden Weg in Richtung der Felswand der Wandflue. Der Weg windet sich entlang der Felswand hinauf und gibt plötzlich einen herrlichen Blick auf die Gastlosen frei. Diese Aussicht hätte ich, wenn ich wie ursprünglich geplant, Gastlosenexpress benutzt hätte, nicht gehabt. Allein deswegen hat sich der längere Weg auf alle Fälle gelohnt.  Nun muss ich nur noch hinüber zum Wolfs Ort, welcher auf etwa gleicher Höhe liegt. Nach etwa insgesamt einer guten Stunde erreiche den eigentlichen Rundweg um die Gastlosen.

Der eigentliche Rundweg um die Gastlosen

Blick entlang der Gastlosen beim Soldatenhaus

Blick entlang der Gastlosen beim Soldatenhaus

Beim Wolfs Ort, mit 1921m der höchste Punkt der Wanderung, angekommen, entschliesse ich mich zuerst auf der Ostseite der Gastlosen nach Musersbergli zu laufen.

Es folgt ein kurzer Abstieg, bis ich auf eine Weggabelung treffe. Hier halte ich links und laufe ohne Höhe zu verlieren auf einem unmarkierten Pfad in nordöstlicher Richtung bis ich auf den markierten Wanderweg treffe. Über tief-grüne Alpwiesen verläuft der Weg nun leicht absteigend bis Oberes Gastlosen, und dann weiter zur Alp Grat. Im Mattenwald macht der Weg einen langen Bogen um die Nordseite der Gastlosen und schon erreiche ich Musersbergli, wo ich im Bärghus Gastlosen eine Pause mache.

Die Pause ist aber nur kurz. Über sanfte Alpweiden und lichte Wälder folge ich anschliessend den Wegweisern bis zum Soldatenhaus, wo ich nun eine jedoch, mit herrlichem Blick über Petit Mont und Hochmatt, eine längere Pause mache.

Wunderschöner Weg zwischen Soldatenhaus und Wolfs Ort

Wunderschöner Weg zwischen Soldatenhaus und Wolfs Ort

Es ist gerade Mittagszeit und die Aussicht auf der Terrasse ist so schön und das Essen so gut, dass die Zeit völlig vergesse. Die ganze Umgebung ist irgendwie wild aber doch lieblich. Zum einen sind da die schroffen Zacken der Kalktürme der Gastlosen, welche fast nahtlos in sanfte, mit Blüten übersäten Wiesen und Wälder übergehen. Fast wie im Märchen.

Gespannt auf den weiteren Wegverlauf mache ich mich auf, den Weg hinauf zum Wolfs Ort zu suchen. Ich folge dem Wegweiser. Generell ist die Route gut ausgeschildert. Der Weg wird dann schnell immer steiler und leicht ausgesetzt. Aber gefährlich ist es nirgends. Zwei oder drei Mal nutze ich, aus reiner Bequemlichkeit, meine Hände um leichter voranzukommen.

Ich erreiche einen kurzen, aber dafür umso schöneren Grat der nach Wolfs Ort führt. Hier mache ich sehr viele Fotos . Nun laufe ich wieder zurück zum Mittelbergpass. Beim steilen Abstieg entlang der Felswand der Wandflue rutsche ich aus und lande auf meinem Allerwertesten. Es ist nichts passiert und so geht es, nachdem ich mir den Dreck abgeklopft habe, gleich weiter. Nach knapp 6 Stunden erreiche ich wieder den Mittelbergpass.

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