Ribiera do Paúl

Einmaliger Blick über die Ribiera do Paúl

Einmaliger Blick über die Ribiera do Paúl

Santo Antão bietet durch seine abwechslungsreiche Landschaft die wohl schönsten Wanderungen auf den Kapverden. Die Wanderung von der Cova de Paúl durch die Ribiera do Paúl ist wohl die Bekannteste darunter. Der Ausblick vom Krater über das Tal ist einfach einmalig. Ausserdem bietet sich diese Wanderung als ideale Startroute einer mehrtägigen Trekkingtour auf Santo Antão an.

In der Regel übernachtet  man eine Nacht in Mindelo auf der Insel São Vincente, bevor man morgens mit der Fähre nach Santo Antão übersetzt. Man hat nun genügend Zeit sich mit einem Aluguer zur Cova de Paúl transportieren zu lassen. In meinem Fall war das bereits organisiert. Der Fahrer hat auch gleich mein Hauptgepäck nach Eito zu Donna Sabina, welche 4 private Zimmer vermietet, gebracht.

Meine heutige Tour führt also vom Cova de Paúl durch die Ribiera do Paúl hinunter nach Eito. Begleitet werde ich durch den süsslichen Geruch der von den Destillerien, welche Zuckerrohr zu Grogue verarbeiten, verbreitet wird.

Der Grogue von Santo Antão

Zuckerrohranbau in der Ribiera do Paúl

Zuckerrohranbau in der Ribiera do Paúl

Rum oder Grogue, wie der Schnapps auf den Kapverden genannt wird, wird auf Santo Antão seit Anfang des 18. Jahrhunderts gebrannt. Der klare Grogue wird aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert.  Für den braunen Rum wird dagegen eingekochte Melasse verwendet.

Für die Kapverden ist der Grogue das Nationalgetränk. In den Städten sieht man dann auch die Kehrseite. Stark Alkoholabhängige, welche die Touristen anbetteln. Diese traurige Gestalten, welchen Geld jedoch auch nicht hilft, können manchmal richtig aufdringlich werden. Auf dem Land ist dieses Problem nicht sichtbar.

Zur Herstellung eines qualitativ hochwertigen Grogues sind eine Reihe von schweisstreibenden Arbeiten nötig. Zunächst muss das Zuckerrohr mühevoll in Handarbeit geerntet werden. Anschliessend wird das Zuckerrohr in der Zuckerrohrpresse, angetrieben von einem Ochsenpaar oder von Motoren, zu Zuckerrohrsaft gepresst. Der Saft wird dann 5 Wochen gelagert und vergoren. Der vergorene Saft wird anschliessend in einen Kupferkessel gefüllt und destilliert.

Heute wird Grogue immer weniger auf diese traditionelle Weise hergestellt. Oft wird importierter Zucker beigemischt. Reiner Grogue ist meist teurer und nur noch bei wenigen Herstellern, vor allem auf Santo Antão zu finden. Am ehesten findet man guten Grogue in der Ribiera do Paúl, wo sich der der Österreicher Alfred Mandl besonders um die nachhaltige Grogueproduktion verdient gemacht hat.

Wanderung durch die Ribiera do Paúl

Maultierpfad im steilen Gelände der Cabo da Ribiera

Maultierpfad im steilen Gelände der Cabo da Ribiera

Eines mal vorweg. Heute geht praktisch nur abwärts. Auch wenn der der alte Maultierpfad den Abstieg stark vereinfacht, die Knie bekommen einiges ab.

Mit diesem Wissen beginne ich meine Wanderung, nachdem mich der Fahrer am Krater aussteigen liess. Die Umorientierung ist eher einfach, man muss einfach runter zum Meer. Ich hab mich aber trotzdem bei einem früheren Besuch verlaufen. Man darf sich nicht zu stark auf die Karte konzentrieren, denn die eingezeichneten Wege werden mittlerweile von den Bauern als Anbaufläche benutzt.

Den Krater allerdings kann man entweder links- oder rechtsherum umlaufen. Ich entscheide mich für die Variante die rechtsherum durch den Wald führt. Schon bald erreiche ich die Bauernhäuser im alten Krater, wo auch gleich der Weg wieder ansteigt. Nach einigen Minuten bin ich oben Kraterrand angekommen und erst mal überwältigt von der Aussicht. Nach einer kurzen Fotopause steige ich über den alten Maultierpfad hinunter zur Strasse etwas oberhalb der der Talsohle. Da ich mich nicht nochmal Verlaufen möchte, bleibe ich auf der Strasse und folge dieser talauswärts bis Passagem wo ich hinunter zum öffentlichen Bad laufe.

Ich lasse das Bad hinter mir und endlich steigt der Weg wieder etwas an. Ich folge dem Wanderweg Nr. 101 bei Lombo Camprido bis ich die Strasse wieder erreiche. Nun ist nicht mehr weit bis Eito wo ich das Gästehaus Donna Sabina suche. Ich frage mich kurz durch und erreiche die Unterkunft. Das Gästehaus hat eine gemütliche Terrasse mit tollem Blick ins Grüne taleinwärts. Ich geniesse diesen wunderbaren Ort – würde gerne noch ein paar Tage bleiben.

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Kennst du eine Variante dieser Route, hat sich der Weg geändert oder hast Du eine andere Anmerkung zu dieser Route?

2 Kommentare zu “Ribiera do Paúl”

  • simsi

    schrieb vor 3 Monaten

    Hallo Claudia
    Ich bin die Route nur abwärts gelaufen. Der äussere, Richtung Paúl gelegene Kraterrand liegt auf über 1200m. Wenn man bis Eito wandert kommen über 1300m abwärts zusammen. Woher die Angaben 900m kommen kann ich mir nicht erklären. Aber es wäre möglich, dass damit der Weg ab Cha de Pedra (Talsohle unter der Felswand) bis hoch zum Krater gemeint sind. Abwärts in 4 Stunden ist gut zu machen. Aufwärts sollte man eine Stunde dazu rechnen.

  • Claudia

    schrieb vor 3 Monaten

    Hast du die Wanderung Cova de Paúl durch die Ribiera do Paúl auch schon in umgekehrter Reihenfolge gemacht, also aufwärts und sind es wirklich über 1300 Höhenmeter? Habe mehrmals gelesen, es wären nur 900. Sind die 4 Std. abwärts Durchschnitt oder zügig gelaufen und wie lange benötigt man allenfalls aufwärts? Bin abwärts leider nicht gerade die schnellste.