Pico Pequeno do Inferno

Weg zum Pico Pequeno von Portela aus

Weg zum Pico Pequeno von Portela aus

Der Pico Pequeno do Inferno ist der aktive vulkanische Nebenkrater des Pico de Fogo. Der auf ca. 2000m Höhe in der Westflanke des Pico de Fogo gelegene Krater bildete sich im November 2014, beim letzten Ausbruch. Dabei wurde ein Grossteil der in der Chã das Caldeiras gelegen Häuser zerstört. Seit Oktober 2015 kann der Pico Pequeno wieder besucht werden und die Bewohner der Caldeira kehren in ihre Dörfer zurück um diese wieder aufzubauen. Auch Touristen finden seit Oktober 2015 bei Marisa und Mustafa in der Casa Marisa wieder eine komfortable Unterkunftsmöglichkeit, welche ebenfalls neu aufgebaut werden musste.

Wer bereits früh am Morgen auf Fogo landet und direkt hoch in die Caldeira fährt, dem bietet sich die Möglichkeit an, am Nachmittag eine kurze Wanderung von Portela zum Pico Pequeno und zurück zu unternehmen. Gegenüber manch anderen Touren in der Chã das Caldeiras kann dies auch ohne Führer problemlos gemacht werden. Wer also den Schwefelgeruch und heisse Luftströme nicht scheut kann mit nötigem Respekt und Vorsicht bis an den Kraterrand gehen.

Portela – Pico Pequeno do Inferno – Portela

Ausbruch des Pico Pequeno im November 2014

Ausbruchkarter 2014 des Pico Pequeno

Ausbruchkarter 2014 des Pico Pequeno

Am 23. November 2014, ein Jahr bevor ich zum zweiten Mal die Insel Fogo besuchte, ist der Pico Pequeno um ca. 10 Uhr Ortszeit ausgebrochen. Bis zum 20. Dezember 2014 floss immer wieder, unterschiedlich schnell, Lava durch die Chã das Caldeiras. Dabei zerstörte die Lava die Ortschaften Portela und Bangeira grösstenteils vollständig. Die Bewohner mussten mit ansehen wie ihre Häuser von der Lava erfasst wurden und standen nun vor dem Nichts.

Die in den vergangen Jahren aufgebaute Weinproduktion wurde dabei genauso in Mitleidenschaft gezogen, wie die weiter vorhandene Infrastruktur der Caldeira, wie Schulen, Kapellen, Sportplätze und Strassen. Das kurz zuvor erbaute Besucherzentrum wurde ebenfalls zerstört. In den ersten Tagen des Ausbruches war auf der gesamten Insel der Strom ausgefallen da sich die Asche auf den Überlandleitungen festgesetzt hatte. Durch den Ausbruch mussten die Flüge von und nach Fogo immer wieder abgesagt werden. Der innerkapverdische Flugverkehr wurde durch den Ausbruch so stark gestört, dass dieser beträchtliche negative wirtschaftliche Folgen für das Land hatte.

Wiederaufbau nach der Zerstörung

Vorbote des Lebens am Kraterrand

Vorbote des Lebens am Kraterrand

Ich habe grossen Respekt vor den Menschen, welche in die Caldeira zurück kehrten und nun ihre Existenz neu aufbauen. Vor dem Ausbruch im November 2014 konnte sich die Bevölkerung der Chã das Caldeiras ein Einkommen mit der Weinproduktion und dem Tourismus aufbauen. Auch wenn die Regierung zuerst keine Rückkehr der Bewohner erlauben wollte, hier in der Caldeira ist ihr Land und hier können sie für sich sorgen .

In nur einem Jahr haben sie es geschafft, eine wichtige Geldquelle der Region, den Tourismus wieder zu etablieren. Die übrig geblieben Felder wurden wieder bepflanzt oder es werden neue Felder angelegt. Solche Ereignisse zeigen, dass aus Zerstörung und Leid, wieder neue Hoffnung entstehen kann. Die Menschen in der Caldeira sehen zuversichtlich in die Zukunft, denn sie wissen, dass das Leben weitergeht.

Wanderung zum Pico Pequeno

Der Pico Pequeno do Inferno ist von Casa Marisa und Portela als vorgelagerter Hügel am aschebedeckten Westhang des Pico de Fogo gut zu erkennen. Ich laufe von der Casa Marisa hinunter nach Portela um dort einfacher über das Lavafeld mit den grossen Lavabrocken zu kommen. Denn näher am Pico de Fogo kann auf fester Asche gelaufen werden. Auf dieser festen Asche laufe ich weglos immer südwestlich direkt auf den Pico Pequeno zu. Ich entdecke Fussspuren und folge diesen. Dadurch erreiche nach ca. 2 km einen gut erkennbaren Weg auf dem auch eine geführte Gruppe unterwegs ist. Das Gelände ist nicht besonders Steil. Doch die kurzen Aufstiege haben es wegen der rutschigen Asche in sich.

Ich überhole die Gruppe und merke am Schwefelgeruch, dass ich wohl den letzten Aufstieg erreicht habe. Oben angekommen laufe ich noch am Kraterrand entlang und mache einige Fotos. Dabei bemerke ich ein flimmern in der Luft. Das ist jedoch gleich wieder verschwunden und ich denke mir nichts dabei.  Dann laufe ich weiter über eine kleine Spalte. Genau als ich über der Spalte bin, muss ich zur Seite springen. Denn plötzlich schiesst heisse Luft aus der Spalte und verbrennt mir die Haare an de Armen. Erschrocken staune ich über den Vorfall. Die Spalte umgehe ich dann auf dem Rückweg grosszügig. Denn restliche Rückweg folge ich dem gut sichtbaren Hauptweg hinunter nach Portela und zurück zur Casa Marisa.

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