Pico de Fogo

Pico de Fogo und Lavafeld des Pico Pequeno

Pico de Fogo und Lavafeld des Pico Pequeno

Wer der Insel Fogo besucht und sich zutraut stundenlang steil aufwärts zu laufen, kommt um den Pico de Fogo nicht herum. Zu prominent zeigt er sich beim Anflug auf die Insel und fordert einen unmissverständlich auf, sich auf seine Spitze zu stellen. Durch die in den letzten Jahre entstandene, einfache, touristische Infrastruktur in der Caldeira ist dies auch für jedermann/frau möglich geworden. Einzige Bedingung ist, dass man einen, mit dem Gebiet vertrauten, Führer anheuert. Ohne Bergführer ist der Aufstieg durch die Parkverwaltung verboten. Die Führer werden in den Unterkünften vermittelt.

Der Pico de Fogo ist mit einer Höhe von 2829 m der dritt höchste Berg im Atlantik und mit Abstand der höchste Berg Kapverdens. Seine Höhe über dem Meeresboden beträgt beeindruckende 8000 m.

Entstehung des Pico de Fogo

Aussicht vom Pico de Fogo über Calderia, Bordeira und Atlantik

Aussicht vom Pico de Fogo über Calderia, Bordeira und Atlantik

Fogo entstand vor 60 Millionen Jahren als steiler Schichtvulkan. Später, vor etwa 12’000 Jahren, versanken der Gipfel und die Ostflanke des Urvulkans als gewaltiger Bergrutsch im Meer. Zurück blieb ein nach Osten offener Kessel, der durch die 20km lange Bordeira im Nordwesten begrenzt wurde. Spätere Ausbrüche beschränkten sich auf das Innere der Caldeira und bildeten mit der Zeit den Pico de Fogo, welcher die Bordiera heute um ca. 200m überragt.

Der alte Kessel wird bis heute immer wieder durch Lavaflüsse und Asche langsam aufgefüllt. Letztmals geschah dies durch Ausbruch des Pico Pequene do Inferno im November 2014. Mit der Zeit wurde so die Chã das Caldeiras, eine Ebene im Halbrund zwischen Bordeira und Pico de Fogo, gebildet.

Die Besteigung des Pico de Fogo

Krater des Pico de Fogo

Krater des Pico de Fogo

Nach typischem kaperverdischen Frühstück in der Casa Marisa treffe ich mich kurz vor 6 Uhr mit dem Bergführer, welcher mir am Vorabend von Mustafa für die nächsten Tage vermittelt wurde. Die Führer laufen in bestimmten Abständen los und sprechen sich selbständig ab, damit es nicht zu grossen Staus kommt. Kurz nach 6 Uhr laufen wir los. Der Hund der sich zu uns gesellt, gehört zum Führer und freut sich mitkommen zu dürfen. Es ist noch kühl und wir laufen schnell auf einem Fahrweg nach Osten bis zu einer Senke zwischen Monte Preta de Cima und dem „Pico“.

Hier ist der Einstieg auf den nun stärker ansteigenden Fusspfad in südwestlicher Richtung schnurstracks hoch zum Gipfel. Der Weg wird mit der Höhe immer steiler, manchmal in loser Asche, wo man immer wieder zurück rutscht. Die Atmung wird zwangsläufig heftiger. Im oberen Drittel wird das Terrain aber erst richtig steil. Zum Glück helfen hier Felsrippen mit besserem Halt beim Aufstieg. Nach guten 4 Stunden ist man oben und blickt in den Krater. Es ist Zeit um sich auszuruhen und die Aussicht zu geniessen.

Der Abstieg – ein wahres Vergnügen

Übergang, innen im Krater des Fogo

Übergang, innen im Krater des Fogo

Nach der Pause laufen wir innen im Krater bis zum nächsten Ausstieg. Der Weg ist teilweise mit Stahlseilen gesichert. Dies ermöglicht es uns, über den Pico Pequeno abzusteigen. Der Abstieg ist ein reines Vergnügen. Je höher die Stiefel und länger die Socken, desto wilder und schneller rennt, hüpft und gleitet man in die Tiefe.

Um den Abstieg in vollen Zügen geniessen zu können, habe ich Gamaschen mitgenommen, denn die Beine versinken bis zu den Waden in der Asche. Wir wirbeln gewaltige Staubwolken auf und auch der Hund hat seinen Spass und rennt so schnell er kann hinunter zum Pico Pequeo, wo er auf uns wartet.

Unten angekommen klopfen wir uns den Staub aus den Kleidern und folgen nach einer kurzen Pause dem Fussweg direkt hinunter nach Portela. Hier trinken wir zufrieden ein kühles Bier. Der Aufstieg, auf direktem Weg, dauerte vier mühselige Stunden. Der Abstieg, mit Umweg, dauerte dann nur noch anderthalb Stunden und machte die Mühsal des Aufstiegs mehr als weg.

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