Mondlandschaft am Rätschenjoch

Mondlandschaft am Rätschenjoch

Mondlandschaft am Rätschenjoch

Hinter dem Mond, links. Dies ist die kürzeste Wegbeschreibung nach St. Antönien, welche die Einheimischen mit einem Augenzwinkern den Anreisewilligen anbieten können. Doch soweit ist das kleine Seitental im Prättigau, in welchem das Walserdorf St. Antönien eingebettet liegt, von Zürich gar nicht weg. Da sich in diesem verästelten Tal ein Fülle schöner Wanderwege befinden ist der Besuch von St. Antönien, für alle die gerne Wandern eigentlich ein Muss.

Geologisch sehr eindrucksvoll gestaltet sich sie Szenerie auf dem Rätschenjoch welches ich von St. Antönien her überstiegen habe. In dieser Mondlandschaft scheint es fast so als ob das helle Karstgestein, über das dunkle eher braune Urgestein ausgeschüttet worden wäre.

Im wesentlichen ist die Route einfach zu begehen. Beim Aufstieg sind jedoch insgesamt drei Felsstufen zu überwinden. Hier ist der Weg durch das Geröll sehr steil und etwas ausgesetzt.

St. Antönien – Büel – Gafia – Sunnistafel – Rätschenjoch – Chüecalanda – Madrisa

Der Weg durch das Gafiatal

Walserhäuser im Litzistafel

Walserhäuser im Litzistafel

Ich beginne die Wanderung in St. Antönien. Wer jedoch morgens mit dem Bus ankommt, kann gleich bis zur Endstation in Büel durchfahren. Hier in Büel zweigt der Weg ins Gafiatal nach Südosten ab. Schon bald weicht die geteerte Strasse einem Naturweg welcher im Talgrund durch das Gafiatal führt. Hier herrscht die reine Kuhglockenidylle zwischen den braun gebrannten Walserhäusern.

Immer weiter entferne ich mich, in meditativem Geh-rhythmus, der menschlichen Betriebsamkeit unten im Tal. Langsam folge ich dem leicht ansteigenden Pfad, vorbei am Litzistafel bis der Weg steiler anzusteigen beginnt. Ich beschliesse mich erstmal hinzusetzen und den Blick zurück durch das Gafiatal schweifen zu lassen. Schön hier hinter dem Mond, links!

Die Überschreitung des Rätschenjoch

Karstwelle am Rätschenjoch

Karstwelle am Rätschenjoch

Ich befinde mich in der Nähe von Pt.2004 und die drei Felsstufen, welche die Schlüsselstellen dieser Wanderung bilden, liegen vor mir. Doch so schlimm wie sich die Felsstufen von unten zeigen, sind sie nicht. Ausgesetzte Stellen und Geröllhalden sind mit Ketten gesichert und schon bald erreiche ich Pt.2306. Von rechts kommt ein Pfad vom Gafierjoch herunter und hier beginnt auch die eigentliche Mondlandschaft des Rätschenjochs. Weiter oben zwischen Urgestein und Karstgestein sehe ich bereits das Rätschenjoch. Also weiter, die letzten 300 Höhenmeter sind nicht mehr so steil und nach einer Weile ist das Rätschenjoch auf 2602 m.ü.M bereits erreicht. Wer will kann gefahrlos zum Rätschenhorn laufen. Für die zusätzlichen 100 Höhenmeter rauf und runter benötigt man ca. eine halbe Stunde zusätzlich.

Blick vom Rätschenjoch hinunter nach Madrisa

Blick vom Rätschenjoch hinunter nach Madrisa

Wieder unten am Joch angekommen mache ich erstmal eine längerer Pause bevor ich den Abstieg durch den Chüecalanda in Angriff nehme. Anfangs ist Abstieg ziemlich steil und ich erreiche bald Pt.2362  Nun wird der Abstieg immer flacher und zieht sich bis ich Obersäss erreiche. Von hier sehe ich das Tagesziel, die Gondelbahn von Madrisa.

Nach einer weiteren kurzen Pause, mache ich mich auf den Weg hinunter nach Madrisa. Nach etwa einer halben Stunde bin ich unten angekommen. Ich ziehe es vor, schnell mit der Gondel ins Tal zu fahren. Denn hier sind so viele Menschen, die das Wetter und die Berge geniessen möchten. Nachdem ich den Tag in absoluter Ruhe verbringen durfte kommt mir dieses Disney in den Bergen viel zu laut vor.

 

Kommentar abgeben

Kennst du eine Variante dieser Route, hat sich der Weg geändert oder hast Du eine andere Anmerkung zu dieser Route?