Meet a Capricorn

Lai da Calandari

Lai da Calandari

Mit seiner imposanten Erscheinung beeindruckt der Steinbock oder Capricorn, wie das Tier im rätoromanischen genannt wird, jeden Besucher. Majestätisch lebt die grösste Population dieser imposanten Tiere in den Felswänden rund um den Piz Beverin und wacht über den gleichnamigen Naturpark. Wo wenn nicht hier, im Niemandsland zwischen Piz Beverin und den Grauhörnern sollte ein Treffen mit einem Capricorn möglich sein.

Falls sich die scheuen Tiere mir doch nicht zeigen wollen hat die Landschaft selbst so einiges zu bieten. Auf engstem Raum gibt es in diesem Gebiet eine Farbvielfalt der Gesteine wie sonst nirgendwo. Grund genug also den Spuren der Steinböcke zu folgen.

Lieder reicht die Zeit nicht für die dreitägige Via Capricon. Deshab suche ich mir eine Route mit nur einer Übernachtung. Dafür bietet sich die Cufercalhütte an. Starten werde ich im Safiental und in Wergenstein möchte ich im Bus die Heimreise antreten. Soweit die Planung. Voller Hoffnung in den nächsten Tagen ein Capricorn zu sehen reise ich nach Turrahus im Safiental.

  • 1. Tag: Turrahus – Alperschälli – Farcletta digl Lai Grand – Farcletta digl Lai Pintg – Cufercalhütte
  • 2. Tag: Cufercalhütte –  Lai da Calandari – Alp Nera – Alp Danis – Wergenstein

Aufstieg zur Farcletta digl Lai Grand

Verdiente Pause, nachdem der Höllgraben überwunden ist

Verdiente Pause, nachdem der Höllgraben überwunden ist

Ich starte zuhinterst im Safiental bei der Postauto-Haltestelle Turrahus und wandere auf einer Naturstrasse am Ausgleichsbecken «Wanna» der Zervreilakraftwerke vorbei bis nach Piggamad.

Hier steigt nun der Weg in steilen Grashängen über Pt.2032 und Pt.2152, durch den Höllgraben nach Alplerschälli. Oben angelangt wird man von der Morgensonne und einem kleinen namenlosen Bergsee begrüsst.

Hier beim See zweigt der Weg zur Farcletta digl Lai Grand ab und ich durchquere das relativ flache Alplerschälli bis zu einer Hütte auf ca. 2600m ü. M.

Ich beschliesse noch einen kleinen Ausflug zu Pt.2776 zu unternehmen und von dort den Blick auf die Mondlandschaft zwischen Schwarz- und Gelbhorn zu geniessen. Aber auch von hier oben kann ich keine Steinböcke sehen. Ich steige wieder zur kleinen Schutzhütte ab. Die nächsten Höhenmeter bis zur Farcletta digl Lai Grand sind anschliessend schnell überwunden.

Übergang zur Cufercalhütte

Blick vom Lai Grand zur Farcletta digl Lai Grand

Blick vom Lai Grand zur Farcletta digl Lai Grand

Der Abstieg zu den beiden Seen Lai Grand und Lai Pintg ist nicht sehr steil. Der Route ist rot-weiss-rot markiert. Doch einen Weg findet man nur ansatzweise. Es braucht aber auch keinen Weg, denn es läuft sich gut auf dem weichen, leicht abschüssigen Gelände.

Unten beim See angekommen laufe ich in Richtung Pt. 2386 und folge den Markierungen welche anfangs durch blockiges Gelände, hinunter zu Pt.2299 führen. Ich laufe jedoch nicht bis zur Weggabelung bei Pt.2299 sondern kürze etwas weiter oben ab, indem ich den kleinen Bach, welcher vom Lai Pintg herunter fliesst quere und auf der anderen Seite zum Lai Pintg  laufe.

Es folgt der letzte Aufstieg an diesem Tag. Meine Beine sind nun müde und so laufe ich nur langsam den steilen Pfad zur Farcletta digl Lai Pintg hoch. Oben angekommen ist die Cufercalhütte bereits zu sehen. Nun muss ich mich also nur noch zur heimeligen Cufercalhütte hinuntertreiben lassen. Sechs Stunden habe ich für diese erste Etappe gebraucht. Auch wenn mich die Steinböcke heute versetzt haben, ich geniesse den Abend müde aber gut gelaunt.

Abstieg nach Wergenstein

Blick zurück ins Capricorn-Land

Blick zurück ins Capricorn-Land

Ich laufe nicht allzu spät los, denn ich möchte den Bus mittags in Wergenstein erreichen (Mo-Fr: 12.53h /  Sa-So: 12.33h). Ich rechne mit etwa 3.5 Stunden reiner Marschzeit. Idealerweise reicht es dann auch noch für ein feines Mittagessen im Restaurant Capricorns Wergenstein (von Gault Millau mit 12 Punkten ausgezeichnet!).

Der Abstieg beginnt mit einem kurzen Aufstieg. Ideal um die Beine aufzuwärmen. Die Aufstieg führt am Piz Calandari vorbei. Dort senkt sich der Weg dann wieder hinunter zum Lai Calandari.

Vom See verlaufen die Markierungen nun in Richtung Pt.2375 und dann meist weglos aber markiert an Pt.2136 vorbei, in einem Bogen zur Alp Nera. Ab hier verläuft die Route auf einem breiten Bergweg zuerst leicht ansteigend zu Pt.2085 und dann hinunter zur Alp Danis, wo der Bach Fundogn über eine Brücke überquert werden kann.

Einige hundert Meter später ist aus dem Bergweg eine ausgewachsene Naturstrasse geworden. Dieser folge ich bis Dumangs. Nun wartet zum Glück nur noch der kurze Abstieg nach Wergestein, denn mein Magen knurrt bereits. Kurz vor halb Zwölf erreiche ich Wergenstein und geniesse im Restaurant Capricorns Wergenstein ein tolles Menu.

Rundum zufrieden reise ich wieder nach Hause. Leider wollte sich kein Capricorn mit mir treffen aber ein tolles Erlebnis waren diese zwei Tage im Naturpark Beverin auf alle Fälle.

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