Limmernsee – Energie und Insta-Fame

Limmernsee - der Instagram See

Limmernsee – der Instagram See

Steht man auf dem Muttenchopf, hoch über dem Limmernsee, dann wähnt man sich über einem norwegischen Fyord. Man befindet sich aber zuhinterst im Glarnerland und der Limmernsee ist einfach der untere Stausee des Pumpspeicherwerks Limmern.

Im Sommer 2019 erlangte der Limmernsee über Instagram  eine gewisse Berühmtheit. Denn ein Foto vom Muttenchopf, auf den gut 600 Meter tiefer liegenden Stausee, belohnen den steilen Aufstieg mit vielen Likes. Die Fotos unter dem Hashtag #limmernsee lassen jedoch die ebenso imposante Infrastruktur des Pumpspeicherwerks Limmern, welche die Besteigung des Muttenchopf in einer Tages-Rundwanderung ermöglichen, kaum erahnen.

Aber nicht nur die Aussicht auf den Limmernsee begeistert. Auch die 2015 fertig gestellte Staumauer des Muttensee, die höchstgelegene Staumauer Europas, sowie die enorme Infrastruktur die sich im Fels verbirgt, vermag zu beeindrucken.

Das Pumpspeicherwerk Limmern im Zeitraffer

Dieses Jahrhundertbauwerk, an dem 7 Jahre lang gebaut wurde, konnte 2017 den Betrieb aufnehmen. Manch einer mag nun einwenden, dass solche Grossprojekte in den Alpen die Landschaft verschandeln. Auch ich mag lieber unberührte Landschaften. Schlussendlich brauchen wir aber genau solche Lösungen um die Energie der Solar- und Windkraftanlagen Europas möglichst nachhaltig speichern zu können.

Das Pumpspeicherwerk Limmern kann in Zeiten mit Stromüberproduktion die Stauseen füllen. Bei Bedarf wird die benötigte Leistung wieder ins europäische Stromnetz abgeben. Das Pumpspeicherwerk Limmern trägt so zur sicheren Stromversorgung und Stabilisierung des europäischen Hochspannungsnetz bei. Ich denke das alles sind gute Gründe, sich auf den Weg zum Mutt- und Limmernsee zu machen und das ganze mit eigen Augen zu sehen und dabei die gewaltige Bergwelt zu geniessen.

Diese Rundwanderung, in einer imposanten Bergwelt, führt zu nicht minder imposanten Bauten mitten in dieser Bergwelt und lässt erahnen was alles nötig ist um Energie auf saubere Art zu erzeugen.

Bergstation Calchtrittli – Nüschen – Muttseehütte SAC – Muttenchopf – Limmernsee – Bergstation Calchtrittli

Aufstieg zum Muttsee-Staudam

Muttsee Staudamm

Muttsee Staudamm

Ausgangspunkt der Wanderung ist Tierfehd ganzen hinten im Glarner Süden. Hier führt eine kleine Luftseilbahn in 7 Minuten zur etwa 1000m höher gelegenen Bergstation Chalchtrittli. Die Bahn dient vorwiegend dem Materialtransport sowie der Beförderung der Mitarbeiter der Kraftwerke Limmern. Man kann sich jedoch am Automaten Tickets kaufen und die Bahn selbstständig bedienen. Es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel bis nach Tierfehd, der nächste Bahnhof ist in Linthal (SBB Fahrplan). Wer also nicht mit dem Auto unterwegs ist, muss entweder von Linthal in ca. 1.5h nach Tierfehd laufen oder man bestellt sich ein Taxi.

Ich verlasse die Bergstation und folge dem Wegweiser zur Muttseehütte. Man befindet sich gleich in steilem, ausgesetzten Gelände, doch der Weg ist hervorragend angelegt und so steige ich erst mal gut 40 Meter auf um dann den steilen Hang zu queren. Nach einigen Minuten wird es dann erst richtig ausgesetzt und ich steige bis Pt.1992 auf. Einzelne Stellen sind mit Ketten gesichert. Weiter geht es weiterhin steil, bis Pt.2237 und kurz später dann verhältnismässig flach durch das kleine Nüschental bis Pt.2402. Hier verläuft der Weg im Muttenwändli bis Pt.2550. Nun muss ich nur noch hinüber zur Muttseehütte, welche ich nach gut 2 Stunden erreiche. Angegeben sind jedoch 2.5 Stunden.

Nach einer kurzen Pause in der Hütte mache ich noch einen Abstecher zum Muttsee-Staudamm. Nachdem ich über den Damm gelaufen bin mache ich noch ein paar Fotos und kehre zur Hütte zurück. Dieser Abstecher dauerte etwa ein Stunde.

Abstieg zum Limmernsee über den Muttenchopf

Auf dem Muttchopf mit Blick auf den Limmernsee

Auf dem Muttchopf mit Blick auf den Limmernsee

Gegen 13.00h mache ich mich den Weg zum Muttenchopf. Anfangs entlang des Wanderweges hinunter zum Limmernsee. Dann einem unmarkierten Pfad folgend, hinauf zum Muttenchopf, welchen ich nach 20 Minuten erreiche.

Momentan bin ich fast alleine hier oben. Nur eine junge Frau inszeniert sich selbst, mit ihrer Kamera für Instagram. Ich geniesse die Aussicht und mache selbst ein paar Fotos, die dann ebenfalls auf Instagram landen werden.

Anschliessend mache mich dann auf Weg zurück zum Wanderweg um weiter abzusteigen. Nun kommen mir doch etliche Personen entgegen die sich hier hoch quälen. Ich bin froh so früh los gelaufen zu sein, denn bisher war ich grösstenteils alleine unterwegs.

Der Abstieg führt mich über Mörtel schnell hinunter zum Limmernsee. Eine Stelle ist mit Ketten gesichert und der Abstieg ist bei schönem Wetter problemlos zu begehen. Nach einer weiteren Stunde komme ich am Limmernsee an, wo eine weitere Pause geplant ist.

Der Zugangsstollen Limmersee

Kraftwerkstollen Limmernsee

Kraftwerkstollen Limmernsee

Der Rückweg zur Bergstation Chalchtrittli führt durch den Zugangsstollen Limmernsee. Auf der Karte entdecke ich zwar einen Weg an der Oberfläche. Ich weiss aber nicht ob dieser noch unterhalten wird. Ausserdem bin ich auf den Stollen neugierig geworden.

Im Stollen erreicht man nach einigen Minuten den Ausgang zur Staumauer des Limmernsee. Auch diese kann man begehen. Wieder zurück laufe ich weiter zur Bergstation.

Der Stollen ist recht lang, ab und zu sieht man, verschlossene Abzweigungen, dahinter hört man das Brummen von Maschinen. Mir fällt noch die Beleuchtung mit blauem Licht in bestimmten Abständen auf. An diesen Stellen kommt ein dickes Rohr aus dem Boden. Ich weiss aber noch nicht was dies zu bedeuten hat.

Nach einer halben Stunde habe ich die Bergstation erreicht und kann direkt in die nächste Kabine einsteigen. Während ich auf die Kabine warte wird mir erst klar was für Anstrengungen nötig waren um das alles zu bauen.

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