Le Toûno – Belle Epoque 3000

Überraschung auf dem Gipfel des Toûno

Überraschung auf dem Gipfel des Toûno

Um den Toûno (3018 m ü. M.) zu besteigen, braucht es keine besonderen hochalpinen Kenntnisse. Deshalb ist dieser Dreitausender für jeden Wanderer mit ausreichender Kondition problemlos zu erreichen.

Es bietet sich an, die Besteigung in eine Zweitagestour zu verpacken und sich, mit einer Übernachtung im Hotel Weisshorn, wie die ersten Touristen in diesem Gebiet, gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu fühlen. Die erste Etappe dieser Wanderroute über zwei Tage führt dabei von Gruben im Turtmanntal, über den Meidpass, zum Hotel Weisshorn hoch über dem Val d’Anniviers. Am nächsten Tag kann man so schon am Vormittag die Aussicht auf dem Toûno  zu den umliegenden Viertausendern, wie etwa dem Weisshorn, geniessen. Dies ist insgesamt eine wunderbare und sehr abwechslungsreiche Bergwanderung mit guter Übernachtungsmöglichkeit und kulinarischem Hochgefühl, in einer Höhe von 2337 m ü. M  im Hotel Weisshorn, was für sich allein schon ein spezielles Erlebnis ist.

Über den Meidpass zum Hotel Weisshorn

Der Meidpass - Im Hintergrund das Weisshorn

Der Meidpass – Im Hintergrund das Weisshorn

Es empfiehlt sich schon am Vortag nach Gruben im Turtmanntal, dem Ausgangspunkt dieser Wanderung, zu reisen und in einer Unterkunft in Gruben zu übernachten

Schon hier im Turtmanntal,  kann ich mich an der wunderschönen Landschaft kaum satt sehen. Besonders das Meidhorn sticht markant hervor und weist die ungefähre Richtung. Der Weg zum Meidpass zweigt von der Fahrstrasse ab und wird, sobald man den Wald erreicht, schon recht steil. Ich gewinne schnell viele Höhenmeter und erreiche Meide-Staffel. Hier folge ich dem Weg, weiter dem Alpenpässeweg (6) entlang, westwärts zum Meidsee. Die wilde, karge Landschaft hier oben, schimmert in diversen Farben und fasziniert mich immer mehr, je länger ich ich darauf achte. Ich lasse mich sogar zu einem Sprung in den Meidsee hinreissen.

Die warme Herbstsonne trocknet mich schnell. Wieder trocken zieht es mich weiter auf den Meidpass, welchen ich schon bald in Ferne erkenne.

Der weitere Weg führt über eine Hochebene und steigt zum Schluss doch noch markant an. Auf dem Weg bestaune ich immer wieder das 4506 Meter hohe Weisshorn, dessen schneebedeckte Flanken einen wunderbaren Kontrast zum blauen Himmel bilden.

Die Landschaft ist noch karger. Die schroffen Felsen der Meidspitz (2935 m ü. M) weisen mir die Richtung zum Meidpass (2790 m ü. M) und schon von weitem sieht man die steilen Serpentinen, welche auf den den höchsten Punkt des heutigen Tages führen. Aber diese letzte grobe Steigung ist auch nach ca. 3 Stunden Marschzeit schnell überwunden. Schritt für Schritt, Meter für Meter erreicht man die Sprachgrenze zwischen Oberwallis und Unterwallis.

Der Abstieg zum Hotel Weisshorn

Le Toûno - Ein wunderbarer Aussichtsberg

Le Toûno – Ein wunderbarer Aussichtsberg

Von hier oben kann ich in der Ferne bereits mein Tagesziel, das Hotel Weisshorn, sowie den Gipfel des Toûno sehen. Es ist noch früh und ich beschliesse mich hier etwas auszuruhen und etwas länger die Aussicht zu geniessen.

Der Weg hinunter zu einer Weggabelung führt durch eine Geröllhalde ist aber gut ausgebaut. Ich folge dem Alpenpässeweg (6) über Alpwiesen in Richtung Saint Luc bis zur Alpe Le Chiesso (2201 m ü. m.) und dann weiter bis zu einer Fahrstrasse. Nun steige ich auf dem  Planetenweg in ca. 30 Minuten wieder hinauf zum Hotel Weisshorn, wo ich mein Zimmer beziehe und anschliessend mit einem kühlen Bier, auf der wunderschönen Terrasse, die Aussicht über das Val d‘ Anniviers und die umliegende Bergwelt geniesse.

Geschlafen habe ich in einem Bett welches vielleicht schon vor ca. 120 Jahre an seinem Platz stand. Trotzdem oder genau deshalb habe ich sehr gut geschlafen. Am nächsten Morgen bin ich voller Tatendrang und vorallem wegen den hervorragenden Wetterverhältnissen neugierig auf den Weg, welcher auf den Toûno führt. Nach dem Frühstück geht es, über die noch mit Raureif überzogenen Weiden los.

Besteigung des Toûno

Tsa du Toûno

Tsa du Toûno

Vom Hotel aus folge ich dem Wegweiser zum Toûno. Der Weg ist auf der ganzen Strecke gut gekennzeichnet. In der Tsa du Toûno, ein breites Tal, gibt es zwar mehrere Wegspuren doch alle führen erst mal in die einzig mögliche Richtung. Dann muss man  einen grossen Bogen um das Tagesziel herum zum Lac de Toûno machen. Den ganzen Weg bis hierher habe ich mich gefragt, wo denn hier ein Aufstieg mit so geringem Schwierigkeitsgrad auf den Gipfel führen könnte. Dieser Berg gibt sich vorerst sehr abweisend, doch hier hinten scheint er seine Schwachstelle zu haben.

Beim Wegweiser zweige ich nach Links ab und erreiche nach einigen Metern den Einstieg welcher sich anfangs recht Steil durch die Felsen windet. Das Gelände weitet sich nach einigen Höhenmetern und das Panorama wird immer imposanter. Irgendwann erreiche ich den Grat der zum Gipfel führt. Der Weg führt etwa einen Meter entfernt von der Abbruchkante entlang.

Die Gipfelrast auf dem Toûno (3018 m ü. M.) kann bei diesem Panorama auf der bequemen Sitzmöglichkeit schon etwas länger dauern. Der Blick schweift zur Weissmies- oder Mischabelgruppe, zum Weisshorn und zur Dent Blanche bis ins Unterwallis zum Grand Combin. Auf der anderen Seite vom Aletschhorn übers Bietschhorn und Wildstrubel bis hin zu den Gipfeln der Dents du Midi.

Der Abstieg nach St-Luc im Val d’Anniviers

Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg wie der Aufstieg, zumindest bis zur Alp Les Faches in die Nähe des Hotel Weisshorn. Eigentlich wollte ich hier noch etwas essen, doch ich habe die Aussicht auf dem Toûno etwas zu lange genossen. Da die Busse in St. Luc nur alle 2 Stunden fahren, musste ich mich sputen und bin einfach den direkten Weg zur Alp le Cheisso gelaufen. Zwischendurch habe ich mich immer wieder umgedreht um den von hier aus sehr imposanten Toûno zu bestaunen.

Hier nehme ich den wiederum direkten Weg durch das Tal der Torrent de Moulins bis P.1692. Dann auf breiter Strasse nach St. Luc wo ich eine Bushaltestelle suche. Ich muss mich etwas durchfragen, denn die Busse fahren nicht in den alten Dorfkern. Zufrieden erreiche ich kurz vor Abfahrt dann doch noch den Bus nach Sierre.

Kommentar abgeben

Kennst du eine Variante dieser Route, hat sich der Weg geändert oder hast Du eine andere Anmerkung zu dieser Route?

8 Kommentare zu “Le Toûno – Belle Epoque 3000”

  • simsi

    schrieb vor 4 Wochen

    Hallo Marlen
    Vielen Dank für das positive Feedback. Schön dass euch mein Vorschlag inspirieren konnte und Ihr die Wanderung erweitert habt. Die Alpenpässe Etappe von Grächen nach Gruben war sicher auch schön.
    Gruss Simon

  • Marlen

    schrieb vor 4 Wochen

    Hallo Simon, vielen Dank für diesen tollen Wandervorschlag und deine stimmige Beschreibung dazu. Wir haben sie letztes Wochenende gemacht und davor noch die Etappe des Alpenpässe-Weges von Grächen nach Gruben angehängt. Wir waren begeistert!
    Gruss Marlen

  • simsi

    schrieb vor 7 Monaten

    Hallo Ester

    Von Sierre mit dem Zug nach Turtmann und dann mit der kleinen Luftseilbahn LTUO nach Oberems. Von dort kann dann ein Taxi-Bus per Telefon bestellt werden. Dauert seine Zeit. Das Auto kann gut stehen gelassen werden. Es hat von unten kommend auf der linken Talseite einen Parkplatz, welcher aber gut versteckt ist 😉

    Gruss Simon

  • Ester

    schrieb vor 7 Monaten

    Hallo,
    wie kommt man denn von Sierre nach Gruben zurück? Und kann man in Gruben das Auto gut stehen lassen?
    Beste Grüße, Ester

  • simsi

    schrieb vor über 2 Jahren

    Hallo Corinna Outdoormädchen

    Ja, so ist es. Das Hotel Weisshorn ist schon was besonderes, einfach aber trotzdem toll. Wohl eben wegen dem Charme der alten Infrastruktur, gepaart mit neuer Technik. Die Küche rundet dann noch alles ab.

    Also, falls es dich wiedermal ins Wallis zieht, nimm Dir zwei Tage für dieses Erlebnis.

    Lieben Gruss
    Simon

  • Corinna Outdoormädchen

    schrieb vor über 2 Jahren

    Oh cool – im Sommer siehts ja wirklich verdammt anders aus! 😮 Und du hast im Hotel Weisshorn übernachtet? Jetzt bin ich echt neidisch ^^

    Lieben Gruß,
    Corinna Outdoormädchen

  • simsi

    schrieb vor über 2 Jahren

    Hallo Rüdiger,

    Vielen Dank für Dein Feedback. Ich bin überzeugt dass Euch diese Route gefallen wird.

    Gruss aus Mellingen

  • Rüdiger

    schrieb vor über 2 Jahren

    Schöne Tourenbeschreibung,

    wenn wir wieder in der Schweiz sind werden wir die mal gehen.

    Schöne Grüße aus München