Das Hochland von Santo Antão

Hügellandschaft bei Espongeiro

Hügellandschaft bei Espongeiro

Das zentrale Hochland von Santo Antão stellt einen krassen Gegensatz zu den steilen Tälern im Westen und Norden der Insel dar. Auch wenn die Kühe fehlen, die hügelige Landschaft erinnert mich eher an das schweizerische Emmental als an eine Insel im Atlantik.

Das Hochland von Santo Antão ist entweder von Porto Novo oder von Ribiera Grande über die alte Verbindungstrasse erreichbar. Die Fahrt von Ribiera Grande nach  Espongeiro ist dabei wirklich spektakulär und ein Erlebnis für sich. Die schwindelerregenden Serpentinen dieser Strasse wurden von Hand in den Fels geschlagen. Bei Delgadim führt die Strasse über einen schmalen Grat. Dieser ist nicht breiter als eine Lastwagenachse und zu beiden Seiten blickt man fast senkrecht in tiefe Täler.

Ein Ausflug mit gemieteten Aluguer kann mit einer Wanderung von Espongeiro nach Chã das Pedras optimal kombiniert werden. Man steigt von Ribiera Grande kommend, in Espongeiro aus. Dann wandert man anf dem Wanderweg 207 durch die Hügellandschaft und Nadelholzwälder bis zur Borda dos Agriões, wo der der Abstieg nach Chã das Pedras beginnt. In Chã das Pedras betreibt Senhor Antero mit seiner Familie eine einfache Pension, welche von Wanderern gerne als Übernachtungsmöglichkeit genutzt wird. Alternativ fährt man mit dem Aluguer wieder nach Ribiera Grande.

Die Serpentinen auf Santo Antão

Maultierpfad in der Borda dos Agriões

Maultierpfad in der Borda dos Agriões

Esel und Maultiere übernehmen auf den Kapverden auch heute noch den Transport abseits der Strassen. Auf Santo Antão zeigt sich die frühere Wichtigkeit dieser Transportmöglichkeit durch die kunstvoll in die steilen Felsen gebauten Serpentinen. So konnten die Huftiere die steilen Berge überwinden.

Über viele Jahre entstand so ein Wegnetz, das seinesgleichen sucht. Teilweise in den Fels gehauen, teilweise auf Steinmauern führen die engen Serpentinen am Fels hinauf bzw. hinunter. Genutzt werden diese Wege heute vorallem von Wanderern, die jedoch dann und wann auch noch auf Bauern mit einem Maultier oder Esel stossen.

Zu den schönsten dieser Mautierpfade gehören der Weg vom Cova-Krater hinunter ins Pãul-Tal, der Pfad an der Borda dos Agriões, welcher Bestandteil der in diesem Artikel beschriebenen Wanderung ist, sowie die Serpentinen auf welcher man die Bordeira do Norte bezwingen kann.

Böse Zungen behaupten, dass es ein Bischof war, der den Bau dieser Wege befahl. Denn dem Bischof gefiel das Hochland von Santo Antão. Aber die Träger, seiner Sänfte, konnten eben mit dieser Sänfte schlecht klettern und so mussten in der Folge unzählige Sklaven diese Maultierpfade bauen. Ob es wirklich so war, weiss ich nicht. Doch wie in jeder Geschichte, wird wohl auch in Dieser etwas Wahres sein.

Wanderung von Espongeiro nach Chã da Pedra

Baumfamilie bei Lin d' Corv

Baumfamilie bei Lin d‘ Corv

In Espongeiro angekommen, geht man auf der Staubstrasse nach Lagoa in östlicher Richtung. Nach einigen Kruven erreicht man Lin‘ d‘ Curv, wo ein paar Häuser stehen. Man sieht ein grosses Wassergewinnungsbecken aus Stein. Hier nicht abzweigen, sondern an diesem Becken vorbei bis zu den Häusern, wo der Wanderweg 207 abzweigt. Diesem bewaldeten Weg in südöstlicher Richtung folgen. Es ist wichtig möglichst östlich zu laufen damit man später in das richtige Tal absteigt. Es schadet nicht einen Bauern nach dem Weg zu fragen.

Ich bin etwas zu früh nach nordosten abgebogen und der Weg war plötzlich bei einem Feld in einem trockenen Flussbeet zuende. Ich folge diesem Flussbeet nun einfach und überwinde eine Talsperre. Bei der zweiten Talsperre quere ich das Flussbeet auf die linke Seite, und folge einem nun gut sichtbaren Weg. Dieser Weg führt mich zuerst in südöstlicher Richtung um zwei Häuser herum, dann in nordöstlicher Richtung direkt zur Kante der Borda dos Agriões.

Nun folgt ein langer Abstieg, aber die Orientierung fällt nun nicht mehr schwer. Ich staune wie der Maultierpfad in dieses steile Gelände gebaut wurde.  Als erstes erreicht man den Ort Agriões, kurze Zeit später dann Chãzinha wo ein wohltuender, kurzer Aufstieg hinauf zur Chã de Fora beginnt. Nun folgt man dem Weg weiter nach Pia de Cima und auf der Kopsteinpflasterstrasse nach Pia de Baixo, wo sich die Pension von Senhor Antero befindet und wieder Aluguers fahren.

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