Auf der Spur der Kraft aus dem Maggiatal

Basodino-Nordseite und der Cavagnöö-Stausee

Basodino-Nordseite und der Cavagnöö-Stausee

In den Alpen gibt es viele eindrückliche Staumauern. Diese Stauseen speichern Wasser für die Stromproduktion das weiss man. Doch dass viele dieser Stauseen miteinander durch Stollen verbunden sind, das zeigt sich erst auf den zweiten Blick.

Ein solches Karftwerksystem befindet sich im hinteren Maggiatal. Über kilometerlange Stollen fliesst das Wasser des Griesssee im Oberwallis, über den Stausee Robiei im Maggiatal, bei Brisago in den Lago Maggiore. Dazwischen sind 44 Kilometer in Luftlinie. Effektiv gehören zu dem Wasserkraft-Netzwerk der OFIMA AG 7 Stauseen, 6 Kraftwerke und 3 Pumpwerke.

Dieser Stauseeverbund liegt in einer wunderschönen hochalpinen Landschaft. Für mich Grund genug diese Bauwerke zu erkunden und mehr über dieses Grossprojekt, welches zwischen 1950 und 1960 erbaut wurde, zu erfahren. Ich suchte nach eine Route um zu den verschiedenen Stauseen zu gelangen. Mit Übernachtung in der Capanna Corno-Griess und der Capanna Basodino sollte daraus eine dreitägige Hüttentour werden. Die Tour führt vom Nufenenpass, mit einem Abstecher nach Italien, am dritten Tag nach Pesciüm oberhalb von Airolo.

  • 1. Tag: Nufenenpass – Griesssee – Cornopass – Capanna Corno-Griess
  • 2. Tag: Capanna Corno-Griess – Passo San Giacomo – Bocetta di Val Maggia – Capanna Basodino
  • 3. Tag: Capanna Basodino – Passo di Cristallina – Alpe di Cristallina –  Cra della Croce – Pesciüm

Vom Nufenenpass zur Capanna Corno-Griess

Der Griesssee, das Griesshorn und der Griessgletscher

Der Griesssee, das Griesshorn und der Griessgletscher

Die Anfahrt vom Mittelland auf dem Nufenenpass dauert seine Zeit. Deshalb habe ich die erste Etappe mit 2 Stunden sehr kurz gehalten. So kann ich am Vormittag zuhause noch einige Besorgungen erledigen.

Eigentlich wollte ich den Bus bei der Abzweigung zum Griesssee, unterhalb des Passhöhe auf der Walliser Seite verlassen. Doch der Bus macht auf der Passhöhe einen halbe Stunde halt. Deshalb habe ich beschlossen auf der Passhöhe auszusteigen und zur Abzweigung zum Griesssee, hinunter zulaufen.

Dazu laufe ich von der Bushaltestelle zu Pt. 2440 und von dort hinunter zu Pt. 2303 wo die Versorgungsstrasse des Greisssee-Staudamms abzweigt. Nach einiger Zeit auf Asphalt erreiche ich die Abzweigung des Wanderweges zum Griesspass und Cornopass. Hier gibt einige Umleitungen, denn es wird gerade die Windenergieanlage Griesspass gebaut. Schon beeindruckend diese riesigen Rotoren, die mich persönlich hier an diesem Standort gar nicht stören. Schon bald führt mich die Umleitung jedoch wieder auf den regulären Wanderweg, welchem ich bis zur Abzweigung zur Capanna Corno-Griess zwischen Pt.2471 und Pt.2664 folge. Ich nehme die Abzweigung hinauf zum Cornopass und habe nun das Vergnügen auf einigen Schneefeldern hinunter zu rutschen. So ist die Capanna Corno-Griess schnell erreicht.

Von der Capanna Corno-Greiss zur Capanna Basodino im Maggiatal

Laghi Boden - Ein perfekter Ort um zu Sein

Laghi Boden – Ein perfekter Ort um zu Sein

Es ist ein schöner Weg von der Capanna Corno-Griess hinüber zum Passo San Giacomo. Die Sonne will sich noch nicht zeigen und versteckt sich hinter den Wolken. Ich geniesse die Aussicht ins Bedrettotal und sehe weit unten die ersten Autos zum Nufenenpass hochfahren. Ich muss lächeln denn nach dem Passo San Giacomo werde ich in einer anderen, völlig einsamen Welt sein. Dies hat jedoch nichts mit der Landesgrenze zu tun die ich überschreiten werden.

Oben am Pass angekommen hat sich die Sonne doch noch dazu entschieden mich zu begleiten. Ich laufe weiter, entlang den nun italienischen Höhenlinien, zu den Laghi Boden. Ich muss mich hier hinsetzen. Einfach Sein und die Ruhe geniessen. Ich habe genug Zeit, denn es sind erst etwas mehr als 2 Stunden vergangen seit ich los gelaufen bin.

Hier bei Laghi Boden, zwischen den beiden Seen bei Pt.2362, beginnt auch der Weg der mich nun steil ansteigend hinauf zur Bocetta di Val Maggia bringen soll. Der Weg führt westwärts, anfangs in einem Grasshang, später in blockigem Gelände ca. 300m in die Höhe. Die Markierungen (rot-weiss) sind durchwegs gut sichtbar und so ist die Bocetta di Val Maggia, der mit 2635m ü. M höchst gelegene Punkt der Tour bald erreicht.

Auch der Abstieg im Valleta di Fiorina verläuft anfangs ebenfalls über Steinblöcke. Ich folge den Markierungen immer talauswärts in Richtung Maggiatal. Nach weiteren 2 Stunden habe ich den Robiei-Staussee und die unterhalb davon liegende Capanna Basodino erreicht. Ich brauchte bis hier hin insgesammt ca. 5 Stunden reine Marschzeit, habe also noch genügend Zeit den Staussee Lago del Zött zu besuchen, was ich auch tue.

Von der der Capanna Basodino über den Cristallinapass

Kleiner Bergsee im Val Torta

Kleiner Bergsee im Val Torta

Der wolkenlose Himmel am Morgen verspricht einen herrlichen Tag, an welchem man die Wanderung über den Cristallinapass so richtig geniessen kann. Gleich hinter der Capanna Basodino verläuft ein kleiner Pfad hinauf zur Fahrstrasse. Ich nehme diesen Pfad und laufe auf Asphalt bis zum Lago Bianco. Hier zweigt der Wanderweg zum Cristallinapass ab und steigt über Pt.2169 bis Pt.2341 ziemlich steil an. Hier halte ich mich nun links und schlendere bis Pt.2465 wo man die vergletscherte Nordseite des Basodino und den Cavagnöö-Staussee besonders gut sehen kann.

Nach einer Rechtskehre, ich laufe nun in nördlicher Richtung, erreiche den Lago Sfundau und sehe oben auf dem Cristallinapass die Capanna Cristallina. Der Pass ist nach guten 2.5 Stunden erreicht und es ist gerade eine gute Gelegenheit in der Cristallinahütte einen Kaffee zu trinken, bevor ich den Abstieg in Angriff nehme. Dieser erfolgt vorerst auf dem normalen Hüttenweg der Capanna Cristallina, durch das Val Torta bis zur Alpe di Cristallina. Nun halte ich mich rechts und erreiche auf der Naturstrasse Piano Pescia. Ich halte mich hier wieder rechts und laufe auf einem Waldweg bis Cra della Croce wo ich erneut auf eine Naturstrasse treffe. Auf dieser laufe ich nun leicht ansteigend bis Pesciüm von wo ich mich per Luftseilbahn hinunter nach Airolo tragen lasse. Es kann gut sein, dass der Strom der mich sanft nach Airolo schweben lässt gerade eben in einem der Kraftwerke im Maggiatal produziert wurde.

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Kennst du eine Variante dieser Route, hat sich der Weg geändert oder hast Du eine andere Anmerkung zu dieser Route?

2 Kommentare zu “Auf der Spur der Kraft aus dem Maggiatal”

  • simsi

    schrieb vor über einem Jahr

    Hallo Helga, danke das höre ich natürlich gerne 😉

  • helga

    schrieb vor über einem Jahr

    Hallo Simsi, ich habe deine Seite durch die Facebook-Gruppe Junge Wanderer Schweiz entdeckt. Ich freue mich immer wieder, neue Wandertipps und Erfahrungsberichte zu lesen. Ich werde dir auf meinem Blogroll aufführen. Super nützlich und schön gemacht ist dein Blog 🙂