Äusseres Barrhorn

Unterhalb vom innern Barrhorn

Unterhalb vom innern Barrhorn

Das „üssere Barrhoru“ (dt: äussere Barrhorn) gilt als das höchste Ziel, das alleine mit Wanderschuhen und ohne weitere technische Ausrüstung in den Alpen bestiegen werden kann. Nirgends sonst in den Alpen gelangt man auf Bergwanderwegen so hoch hinauf wie beim 3610m hohen Barrhorn, einem Aussichtsberg der Extraklasse.

Die Tour wird am besten auf zwei oder noch besser auf drei Tage verteilt. Denn die An- und Rückfahrt ist weit und dauert ob mit Auto oder öffentlichen Verkehr lange. Ausserdem sind vom letzten Punkt, Vorder Senntum, der per Auto oder öffentlichen Verkehr erreicht werden kann, immerhin noch 1709m rauf und wieder runter zu bewältigen. Dies ist für einen Tag eine grosse Herausforderung, die nur wenigen noch wirklich Spass macht. Als Unterkunft kann die Turtmannhütte benutzt werden wo auch um das leibliche Wohl gesorgt wird, was die Besteigung zwar nicht zum Kinderspiel aber gut machbar macht.

Ausserdem kann man durch einen 3-tägigen Aufenthalt um Turtmanntal nicht nur die Besteigung des Barrhorns sondern auch die wunderbare Berglandschaft in vollen Zügen geniessen.

Aussicht zum Bishorn und Weisshorn

Aussicht zum Bishorn und Weisshorn

Aber auch so sind doch noch 1091m bis auf’s äussere Barrhorn und wieder zurück zu bewältigen, was für einen ambitionierten Wanderer mit genügend Kondition aber gut machbar ist. Leider habe ich mir selbst nicht soviel Zeit nehmen können, und so musste ich direkt bis Gruben absteigen. Begleitet wurde ich auf diesem letzten Stück von Meret welche ebenfalls noch an diesem Tag absteigen musste. Wir waren beide heilfroh, dass uns ein älterer Herr angeboten hat uns bis nach Gruben in seinem Geländefahrzeug mitzunehmen. Der Herr, der am Vortag ebenalls mit uns in der Hütte übernachtet hat, war mit seiner Partnerin nochmal bis zu den Stauseen gefahren um die Berglandschaft zu geniessen.

Wir nahmen das Angebot gerne an, denn unsere Knie schlotterten schon genug und ein Weiterwandern auf der sich in die Länge ziehenden, asphaltierten Strasse wäre eine reine Quälerei gewesen.

Tipp! Wer genügend Zeit hat, sollte sich unbedingt überlegen, ob er im Anschluss noch 2 weitere Tage in dieses wunderschöne Wandergebiet investieren und über den Meidpass zum Hotel Weisshorn wandern möchte. Dazu muss man beim Turtmannsee bei Pt. 2185, unterhalb der Turtmannhütte lediglich den Pfad zum Meidpass wählen. Weitere Informationen finden sich im Bericht Le Toûno – Belle Epoque 3000.

Zustiegsmöglichkeiten zur Turtmannhütte

Für den Zu- und Abstieg zur Turtmannhütte können verschiedene Varianten ausgesucht werden.

  • Panorama Weg: Von Gruben hinauf nach Pt. 2151und weiter immer taleinwärts, auf gleicher Höhe bleibend bis Pt. 2281 wo nun der Schlussanstieg zur Hütte abzweigt.
  • Strassenweg: Ab Vorder Senntum dem Wegweiser zum Stausee hinauf und wieder zu Pt. 2281 wo nun der Schlussanstieg zur Hütte abzweigt.
  • Schluchtweg: Ab Vorder Senntum dem Wegweiser zum Schluchtweg entlang hinauf zum Stausee und wieder zu Pt. 2281 wo der Schlussanstieg zur Hütte abzweigt.
  • Holustei: Ab Vorder Senntum dem Wegweiser entlang zum Holustei und weiter hinauf zu Pt. 2343, dann taleinwärts, auf gleicher Höhe bleibend bis Pt. 2281 wo der Schlussanstieg zur Hütte abzweigt.

Der Aufstieg dauert jeweils 2 – 3 Stunden und hat keine besonderen Schwierigkeiten (T2-Bergwandern).

Der Aufstieg zum äusseren Barrhorn

Das Gässi, Felsrinne rechts vom Steinmann

Das Gässi, Felsrinne rechts vom Steinmann

Nach einer unruhigen Nacht, es wurden gleich mehrere Bäume zersägt in dieser Nacht, machte ich mich gleich nach dem Frühstück um ca. 7.00h auf den Weg. Zuerst relativ eben bis Pt. 2641 wo ich mich schon Mitten in der technischen Schlüsselstelle des heutigen Tages, dem „Gässi“ befinde. Das „Gässi“ ist eine steile Felsrinne, die man erst im Geröll halb hoch und dann an der rechten Felswand, gesichert durch Drahtseile und Eisenbügel, bis ganz hinauf muss. Man hat immer Platz seinen ganzen Fuss irgendwo abzustellen, und so ist der Aufstieg schnell gelungen.

Nun weiter hinauf auf die Moräne des Bruneggletschers wo es sich angenehm läuft. Vor Pt. 3090 wird das Gelände wieder steiler und felsiger. Die Felsbrocken können jedoch alle Aufrecht bezwungen werden. Weiter oben, unterhalb des Schöllijochs wird das Gelände durch Schutt geprägt, der mich bis hoch zum äusseren Barrhorn begleiten wird.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Schöllijoch (3343 m ü. M.) folge ich dem Weg in nördlicher Richtung bis unterhalb des inneren Barrhorn, dessen Flanke ich hier Quere um zu Pt. 3488 zu gelangen. Ich schlucke noch einige Male bevor ich den steilen Weg hinauf zum äusseren Barrhorn in Angriff nehme. Diese letzte Steigung hat es nochmal in sich. Kampflos lässt sich das Barrhorn nun doch nicht bezwingen. Nach ermüdenden Minuten komme ich glücklich auf dem Gipfel das äusseren Barrhorn auf 3610 m ü. M. an.

Der Abstieg zur Turtmannhütte

Der Abstieg, halb geschafft

Der Abstieg, halb geschafft

Es ist natürlich ziemlich windig hier oben und die Bise kommt an diesem Tag wohl direkt vom Nordpol. Deshalb mache ich mich bereits nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Gipfel auf den Rückweg.

Zuerst folgt der Abstieg der selben Route wie der Aufstieg. Aber auf der Höhe von etwa 3500 m ü. M. zweige ich links in Richtung des grossen Schutthalde unter dem inneren Barrhorn ab und folge dem Weg hinunter bis Pt. 3090 und umgehe damit das Schöllijoch. Nun führt die Abstiegsroute gleich der Aufstiegsroute über Moränenwall und etwas Herzklopfen im Gässi hinunter zur Turtmannhütte.

Wie oben bereits erwähnt wäre ich nun gerne einfach hier geblieben und hätte die Terrasse und den Sonnenschein genossen, musste jedoch noch an diesem Tag ganz absteigen. Das letzte Stück auf der asphaltierten Strasse von Vorder Sentum talauswärts bis nach Gruben dann per Anhalter.

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